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Wir assistieren uns zu Tode

Leben mit Assistenzsystemen zwischen Kompetenz und Komfort
  • Bruno Gransche
Chapter
Part of the Öffentliche Wissenschaft und gesellschaftlicher Wandel book series (OEWGW)

Zusammenfassung

In diesem Beitrag wird Assistenzgesellschaft verstanden als eine in allen Lebensbereichen mit intelligenten künstlichen Assistenten interagierende Gesellschaft. Einige Schritte hierzu sind mit heutigen persönlichen Assistenzsystemen, sozialen Robotern und umfassender Smartphone-Assistenz bereits getan. Forschungs- und Entwicklungsvisionen zielen mit technischer Assistenz vermehrt auf Komfort und so darauf, das Leben simpel und einfach zu machen. Es besteht jedoch eine grundsätzliche Spannung zwischen komfortorientierter Assistenztechnik, die bei Widerständen vorauseilend beispringt, und dem kompetenzbasierten Selbst-Können und eigenmächtigen Überwinden der widerständigen Welt. Kompetenz bildet sich am Widerstand – Komfort trifft ihn erst gar nicht an. Wie kann in diesem Spannungsverhältnis assistiertes Handeln gestaltet werden, um von Gratifikationen technischer Assistenz zu profitieren, ohne sich um die Grundlage eigener Entwicklungsmöglichkeiten zu bringen und in Assistenzabhängigkeiten zu geraten? Wie genießt man Komfort, ohne Kompetenz aufs Spiel zu setzen? Ein Lösungsansatz wäre eine kompetenzsensible höherstufige Assistenz, die um des Kompetenzerhalts willen Komfortleistungen verweigern kann. Die Assistenzgesellschaft wird aufmüpfige Assistenten brauchen, wenn sie noch etwas selbst können will.

Schlüsselwörter

Assistenz Assistenzsysteme Kompetenz Komfort Autonomie Technikphilosophie Sozio-Technik Handlungstheorie 

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Authors and Affiliations

  1. 1.ForesightFraunhofer ISIKarlsruheDeutschland

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