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Selbstständigkeit und Entrepreneurship: Soziale Vielschichtigkeit und Forschungsfragen

Chapter
Part of the essentials book series (ESSENT)

Zusammenfassung

Wer die Sozial- und Wirtschaftsstruktur moderner Gesellschaften lediglich im Sinne einer „Blaupause“, also wie eine Momentaufnahme, betrachtet, vernachlässigt die Dynamik, die sich hinter den zu beobachtenden Salden vollzieht: Eine Bestandszahl kann dieselbe bleiben, während sich „dahinter“ unter Umständen ein beträchtlicher sozialer Austausch vollzieht. Die Konstanz einer sozioökonomischen Kategorie bei einer gleichzeitig laufenden Veränderung und Umschichtung der personellen Zusammensetzung hatten schon Schumpeter inspiriert zu schreiben, dass jede Klasse während der Dauer ihres Kollektivlebens einem Omnibus oder Hotel gleiche, welche ständig besetzt seien, aber von immer anderen Leuten. Von Bedeutung sind immer häufiger einmal erwerbsbiographische Aspekte, demnach Menschen zwischen abhängiger und selbstständiger Beschäftigung wechseln, je nach Erwerbsgelegenheiten, Alter und sonstigen individuellen und gesellschaftlichen Abwägungen. Dann gibt es weiterhin hybride Erwerbsformen: Das sind insbesondere Kleinstselbständigkeiten, die nebenher abhängig „jobben“, um ein höheres Einkommen zu erzielen, oder abhängig Beschäftigte, die nebenberuflich Formen beruflicher Selbstständigkeit ausüben. Schließlich ist weiterhin das Phänomen bekannt, dass Formen beruflicher Selbstständigkeit gelegentlich eher an Formen abhängiger Beschäftigung erinnern, weil unternehmerische Spielräume und Handlungsalternativen der Beteiligten, wenn überhaupt, dann nur stark eingeschränkt vorhanden sind.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Alpen-Adria-Universität KlagenfurtKlagenfurt am WörtherseeÖsterreich
  2. 2.Universität VechtaVechtaDeutschland

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