Schlussfolgerungen

Chapter
Part of the Politische Psychologie book series (POLPSY)

Zusammenfassung

Aus gendertheoretischer Sicht bestätigen die empirischen Analysen, dass die hegemoniale Geschlechterordnung äußerst flexibel, anpassungsfähig und dauerhaft ist. Sie kann als Gerüst für die Militarisierung von Gesellschaften dienen, wie die gendertheoretische Forschung im Fall der Zerfallskriege Jugoslawiens zeigt. Die vorliegende Analyse legt nahe, dass die Aktivist_innen demilitarisierte Männlichkeitsbilder anbieten, nicht aber die hegemoniale Geschlechterordnung verwerfen konnten. Sie mussten sich auf sie beziehen und warben so für eine deutlich gewaltärmere Version der hegemonialen Geschlechterordnung. Zugespitzt formuliert, reproduzierten die Aktivist_innen mit ihren alternativen Männlichkeitsbildern tendenziell Hierarchien zwischen Männern entlang der Kategorie Sexualität sowie teilweise zwischen Männern und Frauen auf deutlich weniger gewaltaffine und kompromisslose Weise. Für die Friedensarbeit bedeutet dies, dass es möglich ist, demilitarisierte Männlichkeitsvorstellungen in Nachkriegsgesellschaften auszuhandeln, dass der Prozess in Richtung eines geschlechtergerechten Friedens damit jedoch nicht abgeschlossen ist. Das Modell der theoriegeleiteten Evaluation anhand von Gütekriterien bewährt sich hinsichtlich der zentralen Kriterien und bietet die Möglichkeit einer transparenten inhaltlichen Einschätzung von Aktivitäten der Friedensarbeit.

Schlüsselwörter

Gender Männlichkeit Sexualität Nachkrieg Transformation Demilitarisierung 

Keywords

Masculinity Sexuality Post-war Transformation Demilitarization 

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Camino – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und ForschungBerlinDeutschland

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