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Kunst auf der Straße – Männliche Stickerei in Serbien

  • Miriam Schroer-HippelEmail author
Chapter
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Part of the Politische Psychologie book series (POLPSY)

Zusammenfassung

Die Aktionskunst Männliche Stickerei (Muški vez) (2007 bis 2008) der Künstlergruppe Škart aus Belgrad bestand darin, dass eine Gruppe Männer an öffentlichen Plätzen stickte. Die beteiligten Männer betrachteten dies als Provokation, da es in Serbien äußerst unüblich sei, dass Männer freiwillig eine Frauenarbeit ausführten. Sie bestanden darauf, ihre Aktion nur unangekündigt und unkommentiert umzusetzen, jegliche Öffentlichkeit darüber hinaus lehnten sie ab. Aus männlichkeitstheoretischer Sicht nahmen die Aktivisten im Rahmen ihrer Kunst symbolisch eine untergeordnete, weibliche Position ein. Sie signalisierten mit Gelassenheit den möglichen Verzicht auf die in Krisenzeiten häufig gewaltsam eingeforderte männliche Vormachtstellung gegenüber Frauen. Zugleich bezogen sie sich auf ein traditionelles Handwerk, so dass sie nicht als ausländische Fremdkörper diskreditiert werden konnten. Die weitgehend wohlwollenden Reaktionen der Passant_innen stehen im Gegensatz zu den gewaltsamen Reaktionen auf schwul-lesbisch-queere Demonstrationen in Belgrad, bei denen ebenfalls Geschlechtergrenzen öffentlich überschritten wurden.

Schlüsselwörter

Gender Männlichkeit Nationalismus Friedensarbeit Queer activism Kunst im öffentlichen Raum Stickerei 

Keywords

Guerilla knitting Serbien Masculinity Nationalism Street art Craftism 

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Camino – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und ForschungBerlinDeutschland

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