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Wehrdienstverweigerung: Gewaltfreiheit und Sexualität

  • Miriam Schroer-HippelEmail author
Chapter
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Part of the Politische Psychologie book series (POLPSY)

Zusammenfassung

Die erste untersuchte Initiative, die Kampagne für das Recht auf Wehrdienstverweigerung in Bosnien-Herzegowina, wurde in den Jahren 2001 bis 2005 von lokalen Aktivist_innen umgesetzt. Sie wollten über das weithin unbekannte Recht zur Verweigerung des Wehrdienstes informieren und für dessen Akzeptanz werben. Auf der politischen Ebene setzten sie sich erfolgreich für die Einrichtung eines zivilen Ersatzdienstes und Verfahrensverbesserungen für Wehrpflichtige ein. Für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzten sie insbesondere Straßenkunstaktionen und Medienauftritte. Die gendertheoretische Analyse zeigt, dass sie dabei unterschiedliche Bilder des Wehrdienstverweigerers präsentierten. Diese Männlichkeitsbilder reichten von einer Umdeutung des „Dienstes an der Nation“, wobei Helfen als (männlicher) Dienst an der Gemeinschaft rekonstruiert wurde, bis hin zur Abkehr von der moralisch aufgeladenen Debatte des verpflichtenden Dienstes. Dabei wurde, salopp gesagt, nahe gelegt, dass zivile Männer nettere Partys und besseren Sex hätten. Auf diese Weise stellten die Aktivist_innen das „Versprechen“ des Militärs, hegemoniale Männlichkeit zu verleihen, infrage.

Schlüsselwörter

Wehrdienstverweigerung Männlichkeit Militär Nationalismus Nachkrieg Bosnien-Herzegowina 

Keywords

Conscientious objection Masculinity Military Nationalism Post-war 

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Camino – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und ForschungBerlinDeutschland

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