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Die Zerfallskriege Jugoslawiens

  • Miriam Schroer-HippelEmail author
Chapter
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Part of the Politische Psychologie book series (POLPSY)

Zusammenfassung

Das Kapitel fasst die Entstehungsbedingungen, die Konfliktparteien, deren Ziele, den Konfliktverlauf und die Ergebnisse der Zerfallskriege Jugoslawiens zusammen. Eine zentrale wissenschaftliche Kontroverse besteht in der Frage, inwiefern es sich um einen „ethnischen Krieg“ handelte und was darunter zu verstehen sei. Gendertheoretische Analysen zeigen, wie Ethnizität zu einer trennenden Konfliktlinie wurde. Sie weisen nach, wie in der Krise Jugoslawiens Prozesse der Ethnisierung von Geschlechterbildern durchdrungen waren. Zu den Geschlechterdynamiken im Vorfeld der Kriege zählen z. B. öffentliche Diskurse über die Sexualität der Frauen, die Konstruktion des ethnischen Selbst als verletzlicher Frauenkörper und die Konstruktion der „Anderen“ durch die Abwertung ihrer Männlichkeit. Die Militarisierung von Männlichkeit geschah nicht isoliert, sondern als Teil der Verschärfung der hegemonialen Geschlechterordnung insgesamt, ein Prozess der von Männern und Frauen vorangetrieben wurde. Auch in den Nachkriegsgesellschaften setzten sich Prozesse der Militarisierung fort. Sie bilden einen wichtigen Bezugspunkt für die Konstruktion von alternativen Männlichkeitsbildern, die Gegenstand der empirischen Untersuchung sind.

Schlüsselwörter

Jugoslawien Ethnischer Krieg Gender Ethnizität Nationalismus Militarisierung Othering 

Keywords

Yugoslavia Ethnic war Ethnicity Nationalism Militarization 

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Camino – Werkstatt für Fortbildung, Praxisbegleitung und ForschungBerlinDeutschland

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