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Einleitung

Phänomen Let’s Play – Entstehung und wissenschaftliche Relevanz eines Remediatisierungsphänomens
  • Judith Ackermann
Chapter
Part of the Neue Perspektiven der Medienästhetik book series (NPM)

Zusammenfassung

Der Begriff des Let’s Play-Videos stellt in gewisser Weise ein Paradoxon dar: Während sprachlich zum gemeinsamen Spielen aufgefordert wird, bewirkt die Remediatisierung computerspielerischen Handelns in Form dramaturgisch aufbereiteter, audiovisueller Aufzeichnungen von Spielsequenzen geradezu ihr Gegenteil. Die dem Computerspiel so verstärkt zugeschriebene Interaktivität wird zugunsten eines interpassiven Rezeptionserlebnisses aufgelöst. Im Let’s Play-Video liefern die PlayerInnen Einblicke in persönliche Spielerlebnisse und setzen dabei individuelle Schwerpunkte. Die Stil prägende Kommentation ermöglicht parallel die Bewertung und Kontextualisierung des aufgeführten Computerspielhandelns. Damit einhergehend entwickelt sich zunehmend eine eigene Ästhetik mit spezifischen visuellen, auditiven, dramaturgischen und linguistischen Besonderheiten, die Video übergreifend sichtbar wird und darüber eine inszenatorische Perfektionierung ermöglicht. Während die sehr häufig via YouTube distribuierten Videos erfolgreicher „Let’s PlayerInnen“ zum Teil millionenfach angeklickt und kommentiert werden und auf eine deutliche Professionalisierung des Feldes hinweisen, übt die Let’s Play-Produktion zugleich als kreative Form der Computerspielaneignung großen Reiz auf MedienamateurInnen und KünstlerInnen aus und findet zunehmend Eingang in die handlungsorientierte Medienpädagogik.

Literatur- und Quellenverzeichnis

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Medienwissenschaftliches SeminarUniversität SiegenSiegenDeutschland

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