„Unkommerzielle Zonen“

Zur Empirie widerständiger Praktiken im Künstler-Alltag angesichts der Vermarktlichung von Kunst
Chapter
Part of the Wirtschaft + Gesellschaft book series (WUG)

Zusammenfassung

Angesichts des globalen Trends zur Vermarktlichung aller sozialen Sphären machen die Herausgeber dieses Bandes in ihrer Einleitung eine interessante Unterscheidung zwischen Institutionen, also auskristallisierten Regeln sozialen Handelns, und den Handlungen selbst aus der Perspektive der Akteure. (Die ebenfalls genannten Diskurse und Deutungsmuster wären dazwischen anzusiedeln, da sie in beiden Dimensionen vorkommen). Auf der institutionellen Ebene ist der neoliberalen Hegemonie bislang trotz Dauerkrise kein veritabler Gegner erwachsen: Sozialdemokratie, Kirchen, Gewerkschaften und Universitäten hatten sich jahrzehntelang weitgehend auf die dominanten neoliberalen Linien eingelassen, während kritische soziale Bewegungen wie Occupy sich einer Institutionalisierung verschließen oder institutionell nur wenig Einfluss haben.

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Authors and Affiliations

  1. 1.ErfurtDeutschland

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