Was kann die Gesundheitswirtschaft von militärischer Führung lernen?

  • André Röhl
Chapter
Part of the FOM-Edition book series (FOMEDITION)

Zusammenfassung

Das Smartphone ist aus dem Leben eines jeden nicht mehr herauszudenken. Im letzten Jahrzehnt hat es sich stetig weiterentwickelt und dient mittlerweile nicht nur ausschließlich zum Telefonieren und SMS‐Schreiben. mHealth ist eines der Begriffe, welches durch die rasante Entwicklung der mobilen Technologien, insbesondere auch des Smartphones, entstanden ist. mHealth unterstützt und optimiert die Prozesse innerhalb des Gesundheitswesens und birgt viel Potenzial für zukünftige Einsatzmöglichkeiten. So können Patientenentertainment‐Systeme Patienten während des Krankenhausaufenthalts mit Filmen und E‐Books unterhalten, aber auch das Wohlbefinden messen oder Termine für anstehende Untersuchungen und Behandlungen anzeigen und ihn somit aktiv in den Behandlungsprozess einbinden und daran teilhaben lassen. Mitarbeiter können von mHealth ebenfalls profitieren, in dem sie Dolmetscher‐Apps zur besseren Kommunikation mit internationalen Patienten nutzen, die Standardmedikation in einer mobilen Antibiotikafibel abrufen oder die manuelle Dokumentation während der Operation vermeiden können. Diese und viele weitere technologische Möglichkeiten können dem Gesundheitswesen einen hohen Mehrwert bringen. Seitens der Verantwortlichen im Gesundheitswesen erscheint es jedoch sinnvoll, diese Entwicklungen kontinuierlich zu beobachten und den Nutzen für die eigene Institution strategisch sinnvoll zu bewerten. Denn mHealth ist bereits heute ein wichtiger Bestandteil des Gesundheitswesens und wird zukünftig noch mehr an Wichtigkeit gewinnen.

Zusammenfassung

Gute Führung ist die Grundlage einer erfolgreichen Weiterentwicklung der Gesundheitswirtschaft. Sie ist zwingend notwendig, um technische oder prozessuale Konzepte zum Qualitätsmanagement wirksam werden zu lassen. Gerade aufgrund der hohen Belastung und knapper Ressourcen ist es wichtig, die für die Führung verbliebene Zeit optimal zu nutzen. Die Herausforderungen für Führungskräfte im Gesundheitswesen weisen einige Gemeinsamkeiten mit denen militärischer Führungskräfte auf. Dies betrifft etwa den Umgang mit Komplexität oder Druck einer geringen Fehlertoleranz. Am Beispiel des Führungssystems der Bundeswehr werden Handlungsempfehlungen abgeleitet, wie insbesondere in Krankenhäusern die unterschiedlichen Zielperspektiven von Führung besser abgebildet werden können. Im Mittelpunkt sollten dabei eine verbesserte Aus‐ und Weiterbildung von Führungskräften stehen. Weiterhin sollte ein stärkerer Fokus auf die Mitarbeiterorientierung und die Ausgestaltung langfristiger Entscheidungsprozesse gelegt werden. Optimierungspotenziale werden auch in der Organisation gesehen. Ansprüche der Mitarbeiter an Führung könnten verstärkt durch Elemente organisationaler Führung wahrgenommen werden, um einzelne Führungskräfte in ihrer Doppelfunktion als fachlicher Entscheider und Führungskraft zu entlasten. Ziel aller Maßnahmen sollte die Förderung eines umfassenden „shared understanding“ sowohl bei kurzfristigen fachlichen als auch bei strategischen organisatorischen Entscheidungen sein. Auf dieser Grundlage erweist sich Führung nicht nur als Garant für die zielgerichtete Koordination von Leistungspotenzialen, sondern auch als maßgeblicher Haltefaktor für die Personalbindung.

Literatur

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Authors and Affiliations

  • André Röhl
    • 1
  1. 1.HamburgDeutschland

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