„Ich habe eine Kugel gemacht und war glücklich“

Die Kugel als Aufgabenstellung in der Kunsttherapie
Chapter

Zusammenfassung

Die Kugel ist eine elementare Form in der Kunsttherapie. In diesem Beitrag werden zunächst ihre Merkmale beschrieben und der Prozess des Plastizierens einer Kugel als Phänomen nachgezeichnet.

In dem dargestellten Fall handelt es sich um eine Patientin mittleren Alters, die wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung und einer Depression zum stationären Aufenthalt kam. Diesen sah sie selbst als ihre „letzte Chance“ an. Mit dem Plastizieren einer Kugel begann der kunsttherapeutische Prozess. Rasch bemerkte die Patientin, dass dieser Prozess etwas in ihr auslöste: Unbekannte – nicht nur positive – Gefühle, die sie teilweise überwältigten. Sie fing an, „sich durch den Ton zu spüren“.

Aus der leibphänomenologischen Perspektive führt das Plastizieren der geometrischen Figur Kugel zu einer Gleichzeitigkeit von Selbsterleben, Welterleben und Weltgestalten. Die Trennung von Ich und Welt wird aufgehoben; die Patientin spürte das im vorliegenden Fall als Heilsein.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bertram, M. (2005). Der Therapeutische Prozess als Dialog: Strukturphänomenologische Untersuchung der Rhythmischen Einreibungen nach Wegman, Hauschka (1st ed.). Berlin: Pro Business.Google Scholar
  2. Bertram, M.; Kolbe, H.J. (2016). Entwurf eines ökologischen Modells therapeutischer Prozesse. In M. Bertram, H.J. Kolbe (Hrsg.), Dimensionen therapeutischer Prozesse in der integrativen Medizin. Ein ökologisches Modell (S. 1-28). Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  3. Fuchs, T. (2000). Leib, Raum, Person: Entwurf einer phänomenologischen Anthropologie. Stuttgart: Klett-Cotta.Google Scholar
  4. Fuchs, T. (2010). Das Gehirn – ein Beziehungsorgan: Eine phänomenologisch-ökologische Konzeption (3. Aufl.). Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  5. Golombek, E. (2003). Plastisch-Therapeutisches Gestalten. Anthroposophische Kunsttherapie 1 (2. durchgesehene Auflage). Stuttgart: Urachhaus Verlag.Google Scholar
  6. Gruen, A. (2013). Dem Leben entfremdet: Warum wir wieder lernen müssen zu empfinden. Stuttgart: Klett-Cotta.Google Scholar
  7. Husemann, A.J. (1993). Der musikalische Bau des Menschen. Entwurf einer plastisch-musikalischen Menschenkunde (3. Auflage). Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben.Google Scholar
  8. Kleinrath, U. (2004). „Immer wieder kam das Gefühl der unbegrenzten Freiheit…“. Kunsttherapie unter dem Aspekt der Salutogenese. Die Drei, 74 (8/9), 121–124.Google Scholar
  9. Kleinrath, U. (2012). Diese uns allumfassende und verbindende Liebe. In: Reiner, J. (Hrsg.). In der Nacht sind wir zwei Menschen. Arbeitseinblicke in die anthroposophische Psychotherapie. Stuttgart: Verlag Freies Geistesleben.Google Scholar
  10. Mayring, P. (1991). Psychologie des Glücks. Stuttgart: Verlag W. Kohlhammer.Google Scholar
  11. Scheuerle, H.J. (1984). Die Gesamtsinnesorganisation. Überwindung der Subjekt-Objekt-Spaltung in der Sinneslehre (2. neubearbeitete Auflage). Stuttgart: Georg Thieme Verlag.Google Scholar
  12. Steiner, R. (1995). Goethe als Vater einer neuen Ästhetik (Autoreferat 1888). In: Steiner, R. Kunst und Kunsterkenntnis. GA Bibl.-Nr. 271. Dornach: Rudolf Steiner Nachlaßverwaltung.Google Scholar
  13. Weizsäcker, V. v. (1973). Der Gestaltkreis: Theorie der Einheit von Wahrnehmen und Bewegen. Frankfurt a. Main: Suhrkamp.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden  2016

Authors and Affiliations

  1. 1.KunsttherapieGemeinschaftskrankenhaus HerdeckeHerdeckeDeutschland
  2. 2.Department für Pflegewissenschaft, Lehrstuhl für familienorientierte und gemeindenahe PflegeUniversität Witten/HerdeckeWittenDeutschland

Personalised recommendations