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Autorität und Unterwerfung

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Zusammenfassung

Autorität ist eine vielschichtige Alltagserfahrung, die auf der Wahrnehmung und Anerkennung von Unterschieden in einem asymmetrischen Sinne beruht. Nicht nur der Wortstamm verweist auf Herrschaft. Allerdings setzt unser Verständnis von Autorität zumeist den Akzent auf die Beziehungsebene. Die überlegene Person verlangt Unterwerfung, sei es unter einen Befehl, ein Vorbild oder ein Expertenurteil. Wer deren Autorität anerkennt, wird versuchen diesen Erwartungen und Anforderungen zu entsprechen. Diese Dramaturgie von Autoritätsbeziehungen ist in der Regel eingebettet in abstraktere Herrschaftsverhältnisse – etwa in Schulen oder Betrieben. Gleichwohl enthalten sie die Möglichkeit des Scheiterns, der Verstellung, einer lediglich gespielten Anerkennung und Unterwerfung, die bei günstiger Gelegenheit in Verweigerung umschlägt. Lehrer können sich lächerlich machen, wenn sie Autorität sein wollen. Chefs bekommen Zustimmung, obwohl ihnen die Sachkompetenz abgestritten wird. Autorität ist ein spezifisches Beziehungsmuster in Herrschaftsverhältnissen, das von der Anerkennung bis zur Unterwerfung reichen kann. Seine beiden Grenzzonen werden durch Herrschaftsfreiheit und Gleichheit einerseits und die Unterordnung unter unmittelbare Gewalt andererseits markiert.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.MagdeburgDeutschland

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