Technik als verteilte Aktion

Wie technisches Wirken als Agentur in hybriden Aktionszusammenhängen gedeutet werden kann
Chapter

Zusammenfassung

Neben der theoretischen Deutung der Technik als sachliches Artefakt oder als kulturelles Schema wird der pragmatische Aspekt hervorgehoben: Moderne Technologie gewinnt durch ihre Performanz als Agentur („agency“) und durch die interaktive Verkopplung in einer hybriden Konstellation verteilter Aktivitäten („distributed action“) aus Menschen, Maschinen und Zeichen eine neue Qualität. Anhand von kooperierenden Robotern, Multiagenten-Systemen und vernetzten heterogenen Systemen des Fliegens wird demonstriert, wie Technik in „Aktion“ gegenüber der Umwelt, in „Interaktion“ mit anderen technischen Elementen und in „Interaktivität“ mit personalen und sozialen Systemen beobachtet und gedeutet werden kann. Gegenüber Günter Ropohls Modell „soziotechnischer Systeme“ und Bruno Latours politischer Philosophie der „Aktor-Netzwerke“ wird ein pragmatisch-analytisches Konzept verteilter Aktion und Interaktivitäten in soziotechnischen Konstellationen entworfen. Es geht davon aus, dass Handlung und Technik jeweils nur in Zusammenhängen emergieren, Technisierung ein projektiertes Schema ist, das in unterschiedlichen Trägermedien (Sachen, Menschen, Zeichen) geformt und gefestigt werden kann, und dass avancierte moderne Technologien zunehmend durch die Verteiltheit der Aktion auf viele und heterogene Instanzen sowie durch gerahmte interaktive Formen statt sequentiell oder hierarchisch integrierte Abläufe gekennzeichnet sind.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für SoziologieTU BerlinBerlinDeutschland

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