Natur- und Outdoorsport im betrieblichen Gesundheitsmanagement – Teamentwicklung, Naturerfahrung und Wohlbefinden durch betriebliche Outdoorsportangebote

Chapter

Zusammenfassung

Sport und körperliche Aktivität haben sich als wichtige Inhalte betrieblicher Gesundheitsförderung etabliert. Positive Effekte von körperlicher Aktivität auf die Gesundheit sind dabei längst hinreichend erforscht und nachgewiesen. Die meisten Sportprogramme beschränken sich bisher primär auf klassische Fitness- und Ausdauersportangebote, die unbestritten einen hohen gesundheitlichen Nutzen haben. Dieser Beitrag möchte dazu anregen, zunehmend Outdoorsportangebote im betrieblichen Gesundheitsmanagement zu implementieren, die über die sportspezifischen Aspekte hinaus auch noch weitere Gesundheitsressourcen positiv bedingen. So können Outdoorsportarten in Verbindung mit Teambuildingaufgaben als Gruppenaktivität von Abteilungen durchgeführt werden, bei denen bspw. Kommunikation, Arbeitsprozesse und weitere Kompetenzen positiv geschult werden, genauso können aber auch Selbstwirksamkeit, Wohlbefinden und der Umgang mit Stress durch Sport in der Natur gefördert werden. Dabei decken sich postulierte Effekte mit Kompetenzen im Betrieb. Somit kann der Outdoorsport im betrieblichen Gesundheitsmanagement positive Synergieeffekte liefern, die bei herkömmlichen Sportarten nur bedingt auftreten. Dieser Beitrag möchte diese Effekte diskutieren, zum Nachdenken über Outdoorsport anregen und erste Hilfestellungen zur Implementierung liefern.

Literatur

  1. Abraham A, Sommerhalder K, Abel T (2009) Landscape and well-being: a scoping study on the health-promoting impact of outdoor environments. Int J Public Health 55(1):59–69CrossRefGoogle Scholar
  2. Badura B (2001) Betriebliches Gesundheitsmanagement. Was ist das, und wie lässt es sich erfolgreich praktizieren? Bundesgesundheitsblatt – Gesundheitsforschung – Gesundheitsschutz 44(8):780–788CrossRefGoogle Scholar
  3. Badura B, Walter U, Hehlmann T (2010) Betriebliche Gesundheitspolitik: Der Weg zur gesunden Organisation. Springer, WiesbadenCrossRefGoogle Scholar
  4. Bandura A (1997) Self-efficacy. The excercise of control. Freeman, New YorkGoogle Scholar
  5. Beier K (2002) Was reizt Menschen an sportlicher Aktivität in der Natur? Zu den Anreizstrukturen von Outdoor-Aktivitäten, Tourismus und Sport. In: Dreyer A (Hrsg) Tourismus und Sport. Wirtschaftliche, soziologische und gesundheitliche Aspekte des Sport-Tourismus. Springer, Wiesbaden, S 81–92Google Scholar
  6. Bette K-H (2004) X-treme. Zur Soziologie des Abenteuer- und Risikosports. transcript, BielefeldCrossRefGoogle Scholar
  7. Boeger A, Schut T (2005) Erlebnispädagogik in der Schule – Methoden und Wirkungen. Logos, BerlinGoogle Scholar
  8. Boniface MR (2007) Towards an understanding of flow and other positive experience phenomena within outdoor and adventurous activities. J Advent Educ Outdoor Learn 1(1):55–68CrossRefGoogle Scholar
  9. Brandenburg U, Nieder P, Susen B (2000) Gesundheitsmanagement im Unternehmen: Grundlagen, Konzepte und Evaluation. Juventa, Weinheim. Google Scholar
  10. Eberhard U, Wülser M (2012) Gesundheitsmanagement in Unternehmen: Arbeitspsychologische Perspektiven. Springer, WiesbadenGoogle Scholar
  11. Edelmann M (2002) Gesundheitsressourcen im Beruf: Selbstwirksamkeit und Kontrolle als Faktoren der multiplen Stresspufferung. Beltz, WeinheimGoogle Scholar
  12. Emrich E, Pieter A, Fröhlich M (2009) Eine explorative Studie zur betrieblichen Gesundheitsförderung – Auswirkungen von Betriebssport auf das Betriebsklima, die Unternehmensidentifikation und das subjektive Wohlbefinden der Teilnehmer. Z Sozialmanagement 7(1):65–82Google Scholar
  13. Fachgruppe Outdoor (2016) Definition outdoor. http://www.bsi-sport.de/ outdoor/0388f599160d38119/index.html. Zugegriffen: 24. Febr. 2016
  14. Fandrey D (2013) Erlebnispädagogische Settings und Selbstkonzept. Kovac, HamburgGoogle Scholar
  15. Fengler J (2007) Erlebnispädagogik und Selbstkonzept: Eine Evaluationsstudie. Logos, BerlinGoogle Scholar
  16. Größ E-M (2012) Die persönlichkeitsbildende Wirkung der Erlebnispädagogik und ihre Realisierung im System Schule. Eine theoretische und empirische Untersuchung. Diplomica, HamburgGoogle Scholar
  17. Hadbawnik I (2011) Bis ans Limit und darüber hinaus. Faszination Extremsport. Die Werkstatt, GöttingenGoogle Scholar
  18. Hansmann R, Eigenheer-Hug S-M, Berset E, Seeland K (2010) Erholungseffekte sportlicher Aktivitäten in stadtnahen Wäldern, Parks und Fitnessstudios. Schweiz Z Forstwes 161(3):81–89CrossRefGoogle Scholar
  19. Harlaß S (2011) Leitfaden für betriebliches Gesundheitsmanagement: Hinweise und Arbeitsvorlagen für eine erfolgreiche Umsetzung. Bachelor & Master, HamburgGoogle Scholar
  20. Harte JL, Eifert GH (1995) The effects of running, environment, and attentional focus on athletes’ catecholamine and cortisol levels and mood. Psychophysiol 32(1):49–54CrossRefGoogle Scholar
  21. Häußler V, Tittlbach S, Brehm W (2010) Motivations-Studie Outdoorsport. Interner Forschungsbericht, BayreuthGoogle Scholar
  22. Johansson M, Hartig T, Staats H (2011) Psychological benefits of walking: moderation by social context and outdoor environment. Appl Psychol Health Well Being 3(3):261–280Google Scholar
  23. Judge TA, Erez A, Bono JE (1998) The power of being positive: the relation between positive self-concept and job performance. Hum Perform 11(2/3):167–187CrossRefGoogle Scholar
  24. Kern H, Schmidt D (2001) Nutzen und Chancen des Outdoor-Trainings: eine Methodentriangulation zur Überprüfung des Praxistransfers im betrieblichen Kontext, Dissertation Universität Bielefeld, BielefeldGoogle Scholar
  25. Kerr JH, Fujiyama H, Sugano A, Okamura T, Chang M, Onouha F (2006) Psychological responses to exercising in laboratory and natural environments. Psychol Sport Exerc 7(4):345–359CrossRefGoogle Scholar
  26. Lampert T, Mensink GBM, Ziese T (2005) Sport und Gesundheit bei Erwachsenen in Deutschland. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 48(12):1357–1364CrossRefGoogle Scholar
  27. Li WHC, Chung OKJ, Ho KY, Chiu SY, Lopez V (2013) Effectiveness of an integrated adventure-based training and health education program in promoting regular physical activity among childhood cancer survivors. Psycho-Oncology 22(11):2601–2610CrossRefGoogle Scholar
  28. Liedtke G (2003) Erlebnispädagogik versus Friluftsliv – Pädagogische Perspektiven auf Erlebnisse im Natursport. In: Schwier J, Gissel N (Hrsg) Abenteuer, Erlebnis, Wagnis – Perspektiven für den Sport in Schule und Verein? Czwalina, Hamburg, S 181–188Google Scholar
  29. Lümkemann D (2004) Bewegungsmanagement – Möglichkeiten und Nutzen betrieblicher Angebote. In: Meifert MT, Kesting M (Hrsg) Gesundheitsmanagement im Unternehmen. Springer, Wiesbaden, S 167–182CrossRefGoogle Scholar
  30. McCurdy LE, Winterbottom KE, Mehta SS, Roberts JR (2010) Using nature and outdoor activity to improve children’s health. Pediatr Adolesc Health Care 40(5):102–117CrossRefGoogle Scholar
  31. McKenzie SH, Hodge K, Boyes M (2011) Expanding the flow model in adventure activities. A reversal theory perspective. J Leisure Res 42(4):519–544Google Scholar
  32. Meier M, Hampel P, Gaiswinkler M, Kümmel U (2009) Einfluss einer erlebnispädagogischen Intervention auf Klassenklima und Selbstwirksamkeit von Jugendlichen. Psychol Erzieh Unterr 56(1):64–69Google Scholar
  33. Mess F (2009) Sport und sozialisation. Wege zur Integration neuer Beschäftigter. Hofmann, SchorndorfGoogle Scholar
  34. Michl W (2009) Erlebnispädagogik. UTB, StuttgartGoogle Scholar
  35. Nakamura J, Csikzentmihalyi M (2002) The concept of flow. In: Snyder CR, Lopez SJ (Hrsg) Handbook of positive psychology. Oxford University Press, Oxford, S 89–105Google Scholar
  36. Opaschowski HW (2000) Xtrem. Der kalkulierte Wahnsinn. Germa Press, HamburgGoogle Scholar
  37. Poppelreuter S, Mierke K (2008) Psychische Belastungen am Arbeitsplatz. Ursachen – Auswirkungen – Handlungsmöglichkeiten. Schmidt, BerlinGoogle Scholar
  38. Pryor A, Carpenter C, Townsend M (2005) Outdoor education and bush adventure therapy: a socio-ecological approach to health and wellbeing. Aust J Outdoor Educ 9(1):3–13Google Scholar
  39. Rupe C (2000) Trends im Abenteuersport: Touristische Vermarktung von Abenteuerlust und Risikofreude. LIT Verlag, HamburgGoogle Scholar
  40. Sand MS (2007) Die Auswirkungen eines lebensstilbasierten Sportprogramms für die Firma DATEV auf ausgewählte Parameter psychischer Gesundheit. Unveröffentlichte Diplomarbeit. ErlangenGoogle Scholar
  41. Sand MS (2015) Die Auswirkungen des sechsmonatigen Segel-Schulprojektes Klassenzimmer unter Segeln auf die Persönlichkeitsentwicklung Jugendlicher. Czwalina, HamburgGoogle Scholar
  42. Singer S (2010) Entstehung des betrieblichen Gesundheitsmanagements. In: Esslinger AS, Emmert M, Schöffski O (Hrsg) Erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement in Organisationen: Grundlagen und Best Practice. Gabler, Wiesbaden, S 25–48CrossRefGoogle Scholar
  43. Stähr U (2010) Vom Konzept zur praktischen Umsetzung: Erfolgsfaktoren und Stolpersteine. In: Esslinger AS, Emmert M, Schöffski O (Hrsg) Erfolgreiches Betriebliches Gesundheitsmanagement in Organisationen: Grundlagen und Best Practice. Gabler, Wiesbaden, S 270–281CrossRefGoogle Scholar
  44. Ulich E, Wülser M (2012) Gesundheitsmanagement in Unternehmen. Arbeitspsychologische Perspektiven. Gabler, WiesbadenGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.Adventure Campus Treuchtlingen. Hochschule für angewandtes ManagementTreuchtlingenDeutschland

Personalised recommendations