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Sinnfrage und Glaubensprobleme – die Irrelevanz von Ressourcen für die Intensität der religiösen Frage

Chapter

Zusammenfassung

Wovon hängt die Intensität der religiösen Frage, also der Frage nach dem Woher und Wohin von Leben und Welt ab? Nach abnehmender Allgemeinheit werden drei Ebenen unterschieden: Sinnfrage, Religionsfrage und Glaubensfrage; die Intensitäten der Sinn- und Glaubensfrage werden durch die Häufigkeit des Nachdenkens, die der Religionsfrage durch die Häufigkeit des Gesprächs erhoben. Nach der starken Ressourcenhypothese sollte Ressourcenbesitz die Intensität keine Intensität beeinflussen; nach der schwachen Ressourcenhypothese die Intensität der Sinnfrage nicht, die der Religions- und Glaubensfrage entweder negativ oder positiv. Nach der Sozialisationshypothese sollten Kirchenmitgliedschaft, christliche Sozialisation im Elternhaus und aktuelle kirchliche Praktiken alle drei Intensitäten positiv beeinflussen – nach der differentiellen Sozialisationshypothese mit zunehmender Stärke. Nach der Reflexivitätshypothese sollte Individualismus alle drei Intensitäten steigern, und Autoritarismus wie Indifferenz alle drei Intensitäten senken. Nach der Lebenslaufhypothese sollten alle drei Intensitäten umso stärker sein, je mehr berufliche und private Status die Präsenz der religiösen Frage erhöhen. Die Hypothesen werden im ALLBUS 2012 überprüft. Die Ressourcenhypothese wird in der schwachen Form und mit positiven Korrelationen bestätigt. Die Sozialisationshypothese wird für die christliche Sozialisation im Elternhaus und aktuelle kirchliche Praktiken bestätigt. Die Reflexivitätshypothese wird nur für die Indifferenz bestätigt. Die Lebenslaufhypothese wird nicht bestätigt. Die Intensität der Sinnfrage wird insgesamt weniger gut erklärt als die der Religions- und Glaubensfrage.

Schlüsselwörter

Sinn des Lebens Glaubensprobleme Soziale Ressourcen Christliche Sozialisation Autoritarismus Religiöser Individualismus Religiöse Indifferenz Lebenslauf 

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität zu Köln Institut für Soziologie und SozialpsychologieKölnDeutschland

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