Advertisement

Finanzen und Altersvorsorge

Chapter

Zusammenfassung

Das Motiv der Altersvorsorge gilt in der empirischen Finanzforschung schon seit langem als wichtige Determinante des Verbraucher(finanz)verhaltens. Aktuelle Studien zeigen, dass zwischen jungen Erwachsenen und der Gesamtbevölkerung keine zentralen Differenzen im Themenbereich „Finanzen und Geld“ bestehen, das Interesse in beiden Gruppen also gleich stark ist. Die Mehrheit der Verbraucher ist aufgrund der Komplexität der Informations- und Entscheidungssituationen im Bereich der Verbraucherfinanzen und insbesondere der Altersvorsorge auf eine qualitativ hochwertige Finanzberatung angewiesen. Qualitativ hochwertig bedeutet in diesem Kontext primär, die Grundsätze „know your customer“ und „know your product“ möglichst gut umzusetzen. Die erste wissenschaftliche Evaluierung zur Gestaltung von sogenannten Produktinformationsblättern (PIBs) für Deutschland zeigt, dass eine mit klaren Mustertexten operierende Regulierung auf der Basis von Mindestanforderungen an die Kennzeichnung aller wesentlichen Finanzprodukte für Verbraucherinnen und Verbraucher einen hohen Nutzwert für diese hätte. Der Einsatz standardisierter Produktinformation ist also eng mit dem Nutzen einer Beratung verknüpft.

Literatur

  1. Birk, U.-A. (2012). Rechnet sich Entgeltumwandlung in der betrieblichen Altersvorsorge für Arbeitnehmer überhaupt noch? Bamberg: IBA.Google Scholar
  2. Börsch-Supan, A., Gasche, M., & Wilke, C. B. (2009). Auswirkungen der Finanzkrise auf die Gesetzliche Rentenversicherung, ihre Beitragszahler und ihre Rentner (MEAstudies 09). Mannheim: mea.Google Scholar
  3. Brugiavini, A., Cavapozzi, D., Padula, M., & Pettinicchini, Y. (2015). Financial education, literacy and investment attitudes, Working Paper, University of Venice.Google Scholar
  4. Döring, D., Greß, S., Logeay, C., & Zwiener, R. (2009). Kurzfristige Auswirkungen der Finanzmarktkrise auf die sozialen Sicherungssysteme und mittelfristiger Handlungsbedarf: Expertise im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung. Bonn: Friedrich-Ebert-Stiftung.Google Scholar
  5. Godwin, A., & Ramsay, I. (2015). Financial products and short-form disclosure documents: A comparative analysis of six jurisdictions (Melbourne legal studies research paper no. 710). Melbourne: Melbourne Law School.Google Scholar
  6. Hoechle, D., Ruenzi, S., Schaub, N., & Schmid, M. (2015). The impact of financial advice on trade performance and behavioral biases, Working Paper, Zurich University of Applied Sciences.Google Scholar
  7. Lüde, R. von. (2013). Anlageverhalten auf Finanzmärkten. Wirtschaftsdienst, 93(5), 328–336.CrossRefGoogle Scholar
  8. OECD. (2009). Pensions at a Glance. Paris: OECD.Google Scholar
  9. Oehler, A. (1995). Die Erklärung des Verhaltens privater Anleger – Theoretischer Ansatz und empirische Analysen. Stuttgart: Poeschel-Verlag.Google Scholar
  10. Oehler, A. (2004). Anlegerschutz in einem markt- und intermediärbasierten System – Eine Analyse im Lichte der Neuen Institutionenökonomik, der Theorie der Finanzintermediation und der Behavioral Economics & Finance, Gutachten für den wissenschaftlichen Beirats für Verbraucher- und Ernährungspolitik beim BMELV. Bamberg.Google Scholar
  11. Oehler, A. (2006). Zur ganzheitlichen Konzeption des Verbraucherschutzes – eine ökonomische Perspektive. Verbraucher und Recht, 2006(21), 294–300.Google Scholar
  12. Oehler, A. (2009). Alles „Riester“? Die Umsetzung der Förderidee in der Praxis; Gutachten im Auftrag des vzbv. Bamberg/Berlin.Google Scholar
  13. Oehler, A. (2010). Behavioral Economics meets Personal Finance: Ein „alter Hut“ in der forschungsgeleiteten Verbraucherpolitik? Vortrag, Workshop des DIW Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung und der FES Friedrich Ebert Stiftung „Wissenschaft und Politik im Gespräch – Perspektiven forschungsgeleiteter Verbraucherpolitik“. Berlin.Google Scholar
  14. Oehler, A. (2011/2012). Studie zum Finanzwissen junger Erwachsener „Ohne Moos nix los – Wie junge Menschen über Geld und Finanzen denken“/„Typen für die Sendung“, WDR. Köln (Vortrag, wiss. Begleitung, Gutachten).Google Scholar
  15. Oehler, A. (2011a). Behavioral Economics und Verbraucherpolitik: Grundsätzliche Überlegungen und Praxisbeispiele aus dem Bereich Verbraucherfinanzen. BankArchiv, 59, 707–727.Google Scholar
  16. Oehler, A. (2011b). Check Verbraucherpolitik & Verbraucherverhalten: Mehr Realismus, mehr Verbraucherbeteiligung, mehr Unabhängigkeit?! Parlamentarischer Abend. Berlin.Google Scholar
  17. Oehler, A. (2011c). Wie entscheiden Verbraucher und welchen Einfluss haben sie auf den Markt? Konferenz Verbraucherpolitik. Berlin.Google Scholar
  18. Oehler, A. (2011d). Erwartungen an eine verbrauchergerechte Reform der Finanzaufsicht, Eröffnungsreferat, Konferenz „Säulen einer reformierten Finanzaufsicht – Wer wacht über die Verbraucherinteressen im Finanzmarkt?“ Berlin.Google Scholar
  19. Oehler, A. (2012a). Klar, einfach, verständlich und vergleichbar: Chancen für eine standardisierte Produktinformation für alle Finanzdienstleistungen. Eine empirische Analyse. ZBB Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft, 24, 119–133.Google Scholar
  20. Oehler, A. (2012b). Anbieter- und verbrauchergerechte Beratung und Information. Mehr Anlegerschutz durch standardisierte Beratungsprotokolle und Produktinformationsblätter, Studie im Auftrag des MLR Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden Württemberg, des SparkassenVerband Baden-Württemberg, des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V. Bamberg/Stuttgart.Google Scholar
  21. Oehler, A. (2012c). Bei Abschluss: Verlust? Das Ende vom Anfang einer Vorsorge: Milliardenschäden durch fehlgeleitete Abschlüsse von Kapitallebens- und Rentenversicherungen. VuR Verbraucher und Recht, 27, 429–433.Google Scholar
  22. Oehler, A. (2012d). Verbraucherbildung ja!: Aber welche?, Eröffnungsvortrag, Zweite Netzwerkkonferenz: „Verbraucherbildung – Konsumkompetenz stärken“. Berlin.Google Scholar
  23. Oehler, A. (2012e). Die Verbraucherwirklichkeit: Mehr als 50 Milliarden Euro Schäden jährlich bei Altersvorsorge und Verbraucherfinanzen. Befunde, Handlungsempfehlungen und Lösungsmöglichkeiten, Gutachten im Auftrag der Bundestagsfraktion Bündnis 90 Die Grünen. Berlin/Bamberg.Google Scholar
  24. Oehler, A. (2012f). Verbraucherforschung – Verbraucherlei d t bild – Verbraucherbildung: aber welche? Eröffnungsvortrag Ringvorlesung „Verbraucherforschung – Basis für Verbraucherpolitik, Verbraucherschutz und Marketing“. Sigmaringen.Google Scholar
  25. Oehler, A. (2012g). Verbraucher & Wirtschaft: Modellwelten oder Realität? Leid(t)bilder, Mythen und Lösungen, Eröffnungs- und Grundsatzvortrag, 33. Wirtschaftsphilologentagung „Wirtschaftliche Entscheidungsmodelle in der Krise“. Passau.Google Scholar
  26. Oehler, A. (2012h). Verbraucher und Finanzen: Zwei Welten? Problempunkte und Lösungsansätze, Eröffnungs- und Grundsatzvortrag, Forum Privater Haushalt: „Was kann finanzielle Bildung leisten?“. Berlin.Google Scholar
  27. Oehler, A. (2012i). Zur Misere fehlgeleiteter Abschlüsse von Kapitallebens- und privaten Rentenversicherungen durch Verbraucher: Problemlage und Lösungsvorschläge (Hintergrundpapier vom 06.11.2012). Verbraucherkommission Baden-Württemberg. Stuttgart.Google Scholar
  28. Oehler, A. (2013a). Neue alte Verbraucherleitbilder: Basis für die Verbraucherbildung?, Vortrag, HaBiFo-Jahrestagung Ethik – Konsum – Verbraucherbildung, Paderborn, Februar 2013; zugleich erschienen in: HiBiFo Haushalt in Bildung und Forschung, 2, 44–60.Google Scholar
  29. Oehler, A. (2013b). Verbraucher und Wirtschaft: Modellwelten oder Realität? Lei d (t) bilder, Mythen und Lösungen, Vortrag, 1. Fachforum des Netzwerks Verbraucherforschung des BMELV „Alternativen zum Informationsparadigma der Verbraucherpolitik“, Zeppelin Universität, Friedrichshafen, Januar 2013; zugleich erschienen in: JVL Journal für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, 8, 234–240.Google Scholar
  30. Oehler, A. (2014a). Nur eine Frage der Perspektive? Zur Diskussion der Verteilung von Bewertungsreserven, Überschüssen, Kosten und Produktrisiken bei kapitalbildenden Lebens- und privaten Rentenversicherungen. BankArchiv, Zeitschrift für das gesamte Bank- und Börsenwesen, 62, 720–726.Google Scholar
  31. Oehler, A. (2014b). Zinsen für Dispositionskredite: Lösungsansätze und Handlungsempfehlungen. Stellungnahme der Verbraucherkommission Baden-Württemberg. Google Scholar
  32. Oehler, A. (2014c). „Keiner ist gleichzeitig Arzt, Kfz-Schlosser oder Anlagespezialist“, Interview. Profil, 2014 (7), 32–33.Google Scholar
  33. Oehler, A. (2015a). Good consumer information: The information paradigm at its (dead) end? Invited Talk, Workshop Where is law going if it is not going behavioral? European University Institute, EUI, Florence, Italy, January 22–23.Google Scholar
  34. Oehler, A. (2015b). Privat vorsorgen: Wohnt jedem Anfang ein Zauber inne? Interdisziplinärer Workshop Private Altersvorsorge, Universität Gießen/Universität Marburg, Schloss Rauischholzhausen, Invited Talk, 25./26. Juni.Google Scholar
  35. Oehler, A. (2015c). Digitale Welt und Finanzen. Zahlungsdienste und Finanzberatung unter einer Digitalen Agenda, Veröffentlichungen des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen. Berlin.Google Scholar
  36. Oehler, A., & Kohlert, D. (2009). Financial advice giving and taking – Where are the market’s self healing powers and a functioning legal framework when we need them? Journal of Consumer Policy, 32, 91–116.CrossRefGoogle Scholar
  37. Oehler, A., Höfer, A., & Wendt, S. (2013). Dispositionskredite: Fehlende Bonitätsprüfung kostet Verbraucher viel Geld – Lösungsansätze und Handlungsempfehlung. ZBB Zeitschrift für Bankrecht und Bankwirtschaft, 25(2013), 350–357.Google Scholar
  38. Oehler, A., Höfer, A., & Wendt, S. (2014). Do key investor information documents enhance retail investors’ understanding of financial products? Empirical evidence. Journal of Financial Regulation and Compliance, 2014(22), 115–127.CrossRefGoogle Scholar
  39. Oehler, A., & Wendt, S. (2016). Good Consumer Information: the Information Paradigm at its (Dead) End?. Journal of Consumer Policy, 40, 2017, forthcoming.Google Scholar
  40. Postbank. (2015a). Digitale Deutsche bei Finanzen konservativer als der Bundesdurchschnitt. https://www.postbank.de/postbank/pr_presseinformation_2015_09_10_postbank_studie_digitale_deutsche_bei_finanzen_konservativer_als_der_bundesdurchschnitt.html. Zugegriffen: 23. Sep. 2015.
  41. Postbank. (2015b). Der digitale Deutsche und das Geld, Infografik Anlegerverhalten. https://www.postbank.de/postbank/docs/Postbank_Infografik_Anlageverhalten.jpg. Zugegriffen: 23. Sep. 2015.
  42. Reifner, U. (2015). Wegweiser Finanzberatung. http://www.wegweiser-finanzberatung.de/beratertypen/einleitung/was-dieser-teil-der-webseite-leisten-kann/. Zugegriffen: 6. Sep. 2015.
  43. ROPO Initiative. (2008). ROPO: Research Online – Purchase Offline in der Touristik, Ergebnisse Impulsstudie. www.v-i-r.de/download-mafo-ropo/ROPO_Impulsstudie_2008.pdf. Zugegriffen: 30. Sep. 2015.
  44. Salzmann, B. (2009). Beraten und verkauft. Frankfurter Rundschau, 17(3), 2009.Google Scholar
  45. Steria. (2014). Potenzialanalyse Mobility. Hamburg: Steria.Google Scholar
  46. Stiftung Warentest. (2015). Kunden zahlen nicht mehr als im Internet und sparen Zeit. https://www.test.de/presse/pressemitteilungen/Reisebueros-Kunden-zahlen-nicht-mehr-als-im-Internet-und-sparen-Zeit-4808622-0/. Zugegriffen: 30. Sep. 2015.
  47. TUI. (2013). Jede zweite Buchung beginnt im Internet und endet im Reisebüro. http://unternehmen.tui.com/de/newsroom/pressemeldungen/2013/Oktober/02_google_studie. Zugegriffen: 30. Sep. 2015.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Otto-Friedrich-UniversitätBambergDeutschland

Personalised recommendations