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Radio-Comedy

  • Michael Bollinger
Chapter
Part of the Journalistische Praxis book series (JP)

Zusammenfassung

Unter Comedy verstehen die Radiomacher heute eigentlich alles, was lustig ist im Programm. Mit »Radio‐Comedy« wurde der Humor im Radio nicht neu erfunden. Sketche, Parodien und Blackouts, gespielte Witze, Szenen, Telefonscherze, fiktive Typen und Stimmchargen gibt es schon lange im Radio. Aber das Tempo der Stücke zwischen wenigen Sekunden und zwei Minuten ist schneller, die Produktionsweise durch digitale Schnitttechnik kleinteiliger geworden, vor allem sind hörfunkspezifische Formen hinzugekommen, die sich an journalistische Beiträge des Programms anlehnen.

»Getürkte« Interviews. Darin kann man mit erfundenen Gesprächspartnern in erfundenen Situationen die Wirklichkeit parodieren, grotesk verzerren, »eins draufsetzen«. Das sind oft szenische Satiren.

Die O‐Ton‐Collage (vgl. dort) bietet die Möglichkeit, Versatzstücke von realen Reden, Gesprächen und Diskussionsbeiträgen auf wirkungsvolle, sehr suggestive Weise neu anzuordnen. So lässt sich aus einer hitzigen Haushaltsdebatte im Bundestag durch Sampling, also dem Herauspicken einzelner Wörter und deren schnelle Wiederholung, durch besonderen Schnitt und eine unterlegte Instrumentalmusik ein unterhaltsames Stück bauen. Dies ist eine genuine Hörfunkform irgendwo zwischen Sprechmotette, Rap oder Collage, die dazu noch die Möglichkeit bietet, durch Betonung, Wiederholung und Verstärkung das Geschehene zu kommentieren, zu glossieren oder ins Lächerliche zu ziehen (vgl. Beitrag »Glosse«).

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Baden-BadenDeutschland

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