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Mediale Diskurse und biographische Transformationen

Entwurf einer methodologischen Rahmung zur Untersuchung von diskursiven und biographischen Verschränkungen in Medienbildungsprozessen
  • Patrick BettingerEmail author
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Part of the Medienbildung und Gesellschaft book series (MUG, volume 32)

Zusammenfassung

Ausgehend von zwei zentralen Herausforderungen bildungstheoretisch orientierter Biographieforschung, die sich zum einen durch die gesellschaftliche Durchdringung von Bildungsprozessen und zum anderen in Form zunehmender Mediatisierung der Gesellschaft äußern, entwirft der Beitrag auf Basis der praxeologischen Bildungstheorie und der Analyse diskursiver Praxis ein methodologisches Grundgerüst zur Rekonstruktion transformatorischer Bildungsprozesse. Hierzu wird dargelegt, wie Diskurs- und Biographieforschung im Bereich der Medienbildungsforschung sinnvoll aufeinander bezogen werden können. Anhand einer Perspektive auf biographische Subjektivierung als diskursive Praxis wird gezeigt, wie mediale Artikulation als Positionierung des Subjekt im Diskurs verstanden werden und über die Rekonstruktion der den Artikulationen zugrunde liegenden diskursiven Schemata erschlossen werden kann. Hiermit wird eine Perspektive auf Bildungsprozesse eingenommen, welche über die Fokussierung auf den biographischen Einzelfall hinaus reicht, indem durch Einbezug der diskursiven Ebene auch die Bedeutung von überindividuellen Wissensordnungen berücksichtigt wird.

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Authors and Affiliations

  1. 1.HamburgDeutschland

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