Endoskopie in der maxillofazialen Traumatologie

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Part of the essentials book series (ESSENT)

Zusammenfassung

Befürworter der endoskopisch assistierten Versorgung von Gelenkfortsatzfrakturen streben eine den offenen extraoralen Verfahren möglichst gleichwertige anatomische Frakturreposition und Osteosynthese an, wobei die mit den extraoralen Zugängen assoziierte Morbidität minimiert werden soll. Frakturen der Gelenkfortsatzbasis und mit Einschränkung der unteren/tiefen Gelenkhalsregion können erfolgreich endoskopisch-assistiert versorgt werden, allerdings stellen Luxationsfrakturen oder eine Dislokation des kleinen Fragments nach medial sowie gelenknahe Frakturen im oberen Teil des Gelenkhalses Grenzen des Verfahrens dar. Vorteile sind die Vermeidung extraoraler Narben und von Speichelfisteln, die vielfach zitierte Schonung des Nervus fazialis ist jedoch von der Frakturhöhe abhängig und darf durchaus kritisch hinterfragt werden. Unstrittig ist der Einsatz des Endoskops jedoch erforderlich, um bei transoralem Zugang die exakte Reposition zu überprüfen. Günstige Nebeneffekte der Endoskopie sind dabei die Vergrößerung des Sichtfeldes sowie die optimale Ausleuchtung des OP- Feldes, wobei Letzteres während weiter Teile der Osteosynthese alternativ auch durch HNO-Stirnlampen erreicht werden kann. Wie bei den anderen endoskopischen Verfahren erfordert auch die endoskopisch assistierte Gelenkfortsatzversorgung eine deutliche Lernkurve, ist jedoch bei geeigneter Indikation und gegebener Erfahrung als Verfahren der Wahl für gering dislozierte oder nach lateral dislozierte Gelenkfortsatzbasisfrakturen anzusehen. Die transorale Osteosynthese erfolgt über die in der Dsysgnathiechirurgie etablierten Zugänge zum Ramus mit anschließender Schaffung einer für den Einsatz von Winkelschraubendrehern ausreichenden optischen Kavität. Zur Visualisierung werden meist 30 Grad Hopkins-Optiken verwendet, es stehen für den speziellen Indikationsbereich abgestimmte Systemkomponenten (Retraktoren, Repositionszangen, Endoskophalterungen, integrierte Sauger etc) zur Verfügung. Je nach Indikation erfolgt die Osteosynthese (Bohren und Schrauben) unter Umständen auch transbukkal mittels Trokar oder unter Einsatz transbukkaler Optiken, die über einen integriertem Arbeits- und Spülkanal verfügen.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer - und GesichtschirurgieUniversitätsklinikum MarburgMarburgDeutschland

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