L’art pour l’art und Zweckfreiheit. Zum Verhältnis von soziologischem und philosophischem Autonomiebegriff

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Part of the Kunst und Gesellschaft book series (KUGE)

Zusammenfassung

Geht es um die Autonomie der Kunst, werden gemeinhin theoriegeschichtlich sehr unterschiedliche Denktraditionen in Zusammenhänge gebracht. Anhand eines Vergleichs zweier prominenter Denkfiguren der Autonomie, die oft zitiert werden, – der von Bourdieu und der von Kant – sollen die jeweiligen Hintergründe und Pointen einer soziologischen und einer philosophischen Position erläutert und diskutiert werden. Beachtung soll hierbei erfahren, dass erstens die Autonomie des künstlerischen Feldes bei Bourdieu eine relative Autonomie ist und dass zweitens das, was in philosophisch-ästhetischen Debatten unter dem Terminus der Kantischen Zweckfreiheit zusammengefasst wird, von Kant selbst unter der Überschrift ‚Zweckmäßigkeit ohne Zweck‘ verhandelt wird. Inwiefern ist in beiden Theorien eine Funktionalität der Kunst im Rahmen ihrer Autonomie mitgedacht und warum wird diese – historisch gesehen – immer wieder in eine Nicht-Funktionalität umgedeutet? Wie verhalten sich aktuelle Tendenzen gesellschaftlicher Funktionalisierung in der Kunst zu solchen Autonomiebegriffen?

Schlüsselwörter

Autonomie Funktionalisierung Kant Bourdieu 

Literatur

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Authors and Affiliations

  1. 1.UdK BerlinBerlinDeutschland

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