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Der Hype um die Mobilität oder ein Statement als abschließende Zusammenfassung

Chapter

Zusammenfassung

Wenn ich heute über Mobilität rede, fange ich an mit zwei fiktiven Alltagsszenen, die die Situationen von Menschen schildern: Herr Branger wohnt in einem kleinen Ort bei Kassel namens Kleinalmerode. Er arbeitet in einer großen Fabrik ca. 50 Kilometer entfernt. Zum Einkaufen gibt es in Kleinalmerode natürlich nichts mehr. Aber Herr Branger hat ja einen Kombi, und er fährt regelmäßig zu einem Supermarkt in zehn bis 15 Kilometer Entfernung. Wenn er das nicht tun kann, erledigt das seine Frau, die einen kleinen Zweitwagen hat, mit dem sie auch die Kinder in den Kindergarten und in die Schule bringt, denn Kleinalmerode hat keine Schule und keinen Kindergarten mehr. Dafür hat die Familie Branger auf einem sehr preiswerten Grundstück ein schönes, großes und günstiges Einfamilienhaus gebaut mit viel Platz außen herum.

Die zweite Alltagsszene zeigt die Familie Kebberich, die in einem Reihenhaus in der Altstadt von Tübingen wohnt. Er oder sie – das können wir jetzt mal offen lassen – radelt zum Job an der Universität, der zweite Partner hat einen Halbtagsjob zum Beispiel in einem Modegeschäft in der Nähe. Die Kinder gehen in die nahe gelegene Schule. Diese Schule erreichen sie zu Fuß. Der Kleinwagen der Familie steht wenig genutzt in einer Sammelgarage in der Nähe. Den kleinen Platz vor dem Haus nutzen die Kebberichs als Garten. Regelmäßig diskutiert das Paar, ob es nicht sinnvoll sei, den Kleinwagen abzuschaffen und sich ggf. an einer Initiative für Car‐Sharing zu beteiligen, weil die Kilometerleistung des Autos doch sehr niedrig ist.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.FB Stadt- und RegionalplanungUniversität KasselKasselDeutschland

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