Umbruch: Die psychedelisch-kybernetische Erleuchtung

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Zusammenfassung

Bis Ende der 1950er bzw. Anfang der 1960er Jahre hat sich also die anfänglich diffuse Aufbruchstimmung zu einer jedenfalls oberflächlich geschlossenen Erzählung ausgewachsen. Als Mittel zur psychelischen Erweckung war LSD zu einiger Bekanntheit gelangt, die kybernetischen Modelle haben die Räume der Macy-Konferenzen in Richtung Popkultur und Alltagswissen verlassen. Und die Beatgeneration mit ihrem vielgestaltigen Drang an andere Orte, zu einem anderen Leben, war aus der Nische einer literarischen Avantgarde zum Medienereignis mutiert und in aller Munde. Die Rahmenbedingungen für den Anfang einer neuen Zeit sind also gegeben.

Dabei ist die Gegenüberstellung einer politisierten und kritischen Gegenkultur mit ihrem Widerpart, der „normalen“ Mehrheitsgesellschaft, nicht mehr so klar. Schließlich lässt sich schon erahnen, dass auch die Anpassung des Menschen an den Kontext der Zeit, an die elektrisierte und atomisierte Gesellschaft, also an den Status quo, Gegenstand der Verhandlung ist. Zwar bleibt das kritische Bild einer Kontrollmaschine im Kontext der Counterculture durchaus erhalten. Allerdings schleicht sich langsam aber mit Nachdruck eine Erzählung vom Rausch ein, die auch auf Adaption zusteuert und eine andere, vielleicht bessere Maschine am Horizont erkennt. Die Suche nach einem anderen Leben und einer anderen Kreativität, ohne Kenntnis, ohne Ahnung des Ziels, das zügellose Leben unterwegs jedenfalls wird überlagert von Hoffnungen, endlich eine, wenn nicht die Lösung aller Probleme gefunden zu haben und einen fulminanten Umbruch loszutreten.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität LeipzigLeipzigDeutschland

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