Advertisement

Symbiose, Begriffserklärung und Konzept

Chapter
Part of the Edition Centaurus – Psychologie book series (CENTAUR)

Zusammenfassung

Selbst, Grenze und eigener Raum werden als Grundbegriffe eines neuen Paradigma vorgestellt, welches erlaubt, Persönlichkeitsstruktur, Autonomie und Symbiose neu zu beschreiben. Autonomie, die Fähigkeit selbstbestimmt zu handeln, erfordert, dass man das Eigene von Fremdem unterscheiden kann und seinen eigenen Raum dadurch in Besitz nimmt, dass man sich gegenüber dem Fremden abgrenzt (Persönlichkeitsstruktur). Dann kann man, im eigenen Raum, mit dem Eigensten verbunden sein: mit seinem Selbst. Wird die Unterscheidung zwischen eigenem und Fremden und damit die Abgrenzungsfähigkeit durch traumatische Erfahrungen blockiert, dann entsteht eine Tendenz, mit dem anderen symbiotisch zu verschmelzen. Das führt zu Verwirrung: statt Identifizierung mit dem Eigenen: Identifizierung mit dem Fremden. Statt Abgrenzung gegenüber dem Fremden: Abspaltung des Eigenen. Das Symbiosemuster wird als Folge einer Einschränkung der Autonomieaspekte verstanden. Es umfasst auch die damit verbundenen Kompensationsversuche: Überanpassung/ Überabgrenzung, Selbstentfremdung/Manipulation und Aggressionsverbot/Destruktion. Es ist weit verbreitet und wirkt sich auf die Identität der Betroffenen und auf alle ihre Beziehungen aus.

Schlüsselwörter

Selbst (Selbst-Anteile) Grenze Eigener Raum Persönlichkeitsstruktur Autonomie Symbiose Systemisches Symbiosekonzept Verschmelzungstendenz/Überabgrenzung Selbstentfremdung/Manipuation und Aggressionsverbot/Destruktion Projektionen Trauma Abgrenzungsverbot und Abspaltung des Selbst 

Literatur

  1. 1.
    Storch, M. & Kuhl, J. (2013). Die Kraft aus dem selbst. Bern: Huber.Google Scholar
  2. 2.
    Jung, C. G. in: Grundwerk C. G. Jung. (1984). Die Individuation. Bd. 3. Olten: Walter, S. 56 ff.Google Scholar
  3. 3.
    Klein, D. & Weyerstraß, H. (Hrsg.). (2009). Langlotz, E.R. Individuation nach C. G. Jung und ‚Initiatische‘ Systemaufstellung. Beobachtungen aus einer psychiatrisch-systemtherapeutischen Praxis. JUNG heute 10, S. 10–11.Google Scholar
  4. 4.
    Stolze, H. (Hrsg.). (2002). Konzentrative Bewegungstherapie. Berlin: Springer.Google Scholar
  5. 5.
    Mentzos, S. (2007). Das Bipolaritätsmodell und die dilemmatische Struktur der Psychosendynamik. In: Forum der psychoanalytischen Psychosentherapie. Band 17. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht. S. 10–23.Google Scholar
  6. 6.
    Mentzos, S. (1984). Neurotische Konfliktverarbeitung; Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuerer Perspektiven. Frankfurt a. M.: Fischer, S. 50, 256, 259, 265.Google Scholar
  7. 7.
    Winnicott, D. W. (1974). Reifungsprozesse und fördernde Umwelt. München: Kindler.Google Scholar
  8. 8.
    Kohut, H. (1976). Narzißmus. Eine Theorie der psychoanalytischen Behandlung narzißtischer Persönlichkeitsstörungen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  9. 9.
    Mentzos, S. (1984). Neurotische Konfliktverarbeitung – Einführung in die psychoanalytische Neurosenlehre unter Berücksichtigung neuer Perspektiven. Frankfurt a. M. Fischer, S. 42 ff.Google Scholar
  10. 10.
    Roth, G. (2011). Bildung braucht Persönlichkeit, Stuttgart: Klett-Cotta, S. 116 ff.Google Scholar
  11. 11.
    Roth, G. (2011). Bildung braucht Persönlichkeit, Stuttgart: Klett-Cotta, S. 116.Google Scholar
  12. 12.
    Zu den verschiedenen Bedeutungsebenen der Worte nómos und nomós vgl. u. a. Liddell, H. G., Scott, R. (1990). A Greek-English Lexicon. Oxford: Clarendon Press, S. 1180 sowie „Nomos“. In: Der Kleine Pauly. Lexikon der Antike (1979). Band 4. München: dtv, Sp. 148 f.Google Scholar
  13. 13.
    Fromm, E. (1966). Die Flucht vor der Freiheit. Frankfurt a. M.: Europäische Verlagsanstalt, S. 157.Google Scholar
  14. 14.
    Mahler, M. S. & Pine, F. & Bergman, A. (1999). Die psychische Geburt des Menschen. Symbiose und Individuation. Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
  15. 15.
    Dornes, M. (2011). Der kompetente Säugling (15. Auflage). Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
  16. 16.
    Milgram, S. (1974). Obedience to Authority. An Experimental View. New York: Harper.Google Scholar
  17. 17.
    Burger, J. (2007). Replicating Milgram. Association for Psychological Science 12.Google Scholar
  18. 18.
    Schnarch, D. (2007). Die Psychologie sexueller Leidenschaft. Stuttgart: Klett-Cotta.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.MünchenDeutschland

Personalised recommendations