Riskante Übergänge: Politische Bildung in der Berufsorientierung unter prekären Bedingungen

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Zusammenfassung

Im Übergangsfeld Schule-Beruf stehen Jugendliche vor Entscheidungen, deren Rahmungen nur sehr eingeschränkt durch sie selbst beeinflussbar sind. In dieser Lebensphase haben sich bereits vielfältige biographische Ungleichheiten verwirklicht und in erreichten bzw. noch erreichbaren Bildungsabschlüssen manifestiert. Ihre Bedeutung für Teilhabemöglichkeiten an neuen gesellschaftlichen Spielräumen und laufenden Pluralisierungsprozessen ist den Jugendlichen dabei weitgehend klar. Entsprechend haben Geschlechterarrangements ein großes Beharrungsvermögen, wenn es um die Berufswahl von Jungen und Mädchen und die Frage eines Einbezugs von Work-Life-Balance in diese Entscheidungen geht.

Das in diesem Artikel vorgestellte Bildungsprojekt nimmt das Feld der Zukunftsplanung für die politische Jugendbildung in den Blick, indem explizit die Frage nach (vor allen Dingen auch prekärer) Arbeit, Work-Life-Balance und Geschlechterarrangements als politische Frage gestellt und im Rahmen der Bildungsarbeit thematisiert wird.

Schlüsselwörter

Politische Bildung Jugendliche Prekarisierung Geschlecht Vereinbarkeit Arbeit Agency Berufsorientierung Teilhabe Care Zukunft 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für integrative StudienLeuphana Universität LüneburgLüneburgDeutschland
  2. 2.Arbeit und Leben HamburgHamburgDeutschland

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