Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem (nicht nur) die Kinder lesen – Elternarbeit als Risiko und Chance in der Sozialen Arbeit

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Zusammenfassung

„Das Leben der Eltern ist das Buch, in dem die Kinder lesen“: Der Satz findet sich bei Augustinus von Hippo, einem Theologen und Philosophen des 5. Jahrhunderts. Auch wenn uns heute vieles von der untergegangenen Welt im Übergang von der Spätantike zum Mittelalter trennt, spricht uns der Satz an. Wir verstehen ihn als Aussage über die Bedeutung der Eltern für die spätere Lebensgestaltung ihrer Kinder. Er ist nicht nur Beschreibung, sondern auch sittliche Mahnung. Aus unserer heutigen Sicht verweist er auf die intergenerationale Weitergabe, auf die Macht von Präformation und Wiederholung. Damit ist eine zentrale Sozialisationswirkung benannt: Die Formen unseres Denkens, Fühlens und Handelns sind, ob uns das gefällt oder nicht, durch unsere Kindheitserfahrungen geprägt, nicht nur und noch nicht einmal in erster Linie durch die Ereignisse, an die wir uns erinnern, sondern auch und mehr noch durch die verborgenen, konfliktuösen Themen, die, weil sie nicht versprachlicht werden können, der Reflexion und Kommunikation nicht unmittelbar zugänglich sind. Prägend sind auch weniger besondere Ereignisse als die gesamten Interaktions- und Beziehungsstrukturen.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Frankfurt am MainDeutschland

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