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Focusing pp 23-25 | Cite as

Innovationen vs. Gewohnheiten

  • Diana von KoppEmail author
Chapter
Part of the essentials book series (ESSENT)

Zusammenfassung

Wenn wir etwas wiederholt in derselben Handlungsfolge tun, ohne Gedanken daran zu verschwenden, dann ist das eine Gewohnheit. Gleiches gilt, wenn jemand behauptet, dass etwas nur so und nicht anders gemacht werden kann, weil es schon immer so gemacht worden ist. Gewohnheiten sind in erster Linie praktisch. Unser Gehirn hat eine Vorliebe für praktische Dinge. Es liebt Schubladen, oder Kategorien. Ein Gegenstand mit vier Beinen muss ein Tisch sein, einer mit zwei Rädern ein Fahrrad. Kategorien gibt es zu allen erdenklichen Situationen. In Kategorien zu denken ist enorm zeitsparend. Je schneller wir etwas begreifen, desto rascher können wir handeln. Alltägliche Dinge wie Autofahren, Aufräumen oder Körperpflege verrichten wir weitestgehend implizit oder automatisch. Ebenso verfahren wir mit Meinungen, Ansichten und Einstellungen. Einmal übernommen, sind sie schwer aus unseren Denkmustern zu entfernen. Je häufiger wir die Erfahrung machen, mit unserer Meinung richtig zu liegen, desto mehr blenden wir gegenteilige Ansichten aus. Einen Irrtum ziehen wir nicht in Betracht. Das hat wiederum mit selektiver Wahrnehmung zu tun und damit, dass wir nur nach Informationen Ausschau halten, die unsere eigene Weltsicht bestätigen. Wissenschaftlich nennt sich das confirmation bias oder Bestätigungsfehler. Diese Täuschungen oder Vorstellungen geben wir dann unreflektiert an andere weiter. Um umgekehrt. Wir verlassen uns auf die Richtigkeit dessen, was uns jemand mitteilt. Wir fragen uns nicht: Ist das wirklich so, oder kann es auch anders gehen? Oder: Ist das die bestmögliche Variante zu handeln? Ist diese Lösung für ein Problem die bestmögliche?

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.HeidelbergDeutschland

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