Die Organisation als Rahmenbedingung

Chapter

Zusammenfassung

Auch die Eigenheiten der „Organisation“ können natürlich zum Zustandekommen von Stress und Burnout beitragen. Manche Autoren sind sogar der Meinung, dass auch eine Organisation dem Burnout erliegen könne (z. B. Greve, Organizational Burnout: Das versteckte Phänomen ausgebrannter Organisationen, 2012).

Unter einer „Organisation“ versteht man ein Aggregat von Menschen, die ein gemeinsames Ziel verfolgen und in einer gewissen Struktur zusammenarbeiten. Eine Organisation kann z. B. ein Betrieb sein, eine Verwaltung, ein Verein etc. Während – um im Stressmodell zu bleiben, das im Kap. 4 vorgestellt wurde – die Art der Tätigkeit, das Team und der unmittelbare Vorgesetzte quasi die lokalen Wetterbedingungen definieren, bestimmen die Eigenheiten der Organisation die Großwetterlage des Umfeldes. Ähnlich wie beim Wettergeschehen begrenzt die Großwetterlage die lokalen Mikrowetterlagen zumindest. Daher lohnt es sich, sich Gedanken über „die Organisation“ zu machen, in der man arbeitet, auch wenn deren Eigenheiten nicht unmittelbar auf das eigene Empfinden einwirken, sondern eher mittelbar.

Nachfolgend werden einige Dimensionen von Organisationen beschrieben, die für die Entstehung stressreicher Bedingungen von Bedeutung sind. Dabei gibt es wiederum keine guten und keine schlechten Organisationen, sondern nur Organisationen, die vor dem Hintergrund der individuellen Dispositionen als Stressoren wirken können. Auch auf der Ebenen der Organisation kann keine „objektive“ Belastung definiert werden. Zusätzlich wird die Wirkung der Ungleichheit einer Gesellschaft auf das Burnoutgeschehen betrachtet.

Literatur

  1. Bosetzky, H. (1980). Macht und die möglichen Reaktionen der Machtunterworfenen. In G. Reber (Hrsg.), Macht in Organisationen. Stuttgart: Schäffer/Poeschel. (1999).Google Scholar
  2. Burns, T. (1961). Mikropolitcs: Mechanims of institutional change. Administrative Science Quarterly, 6, 257–281.Google Scholar
  3. Greve, G. (2012). Organizational Burnout: Das versteckte Phänomen ausgebrannter Organisationen. Heidelberg: Springer.Google Scholar
  4. Hoff, K., & Pandey, P. (2004). Belief systems and durable inequalities: An experimental investigation of Indian caste. World Bank Washington.Google Scholar
  5. Hofstede, G. (1980). Culture’s consequences. International differences is work related values. London: Sage Publications.Google Scholar
  6. Maaz, H. J. (2012). Die narzisstische Gesellschaft. Hamburg: C.H. Beck.Google Scholar
  7. Ortmann, G. (1988). Mikropolitik. Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  8. Twenge, J. M. (2006). Generation me. New York: Simon & Schuster.Google Scholar
  9. Wilkinson, R., & Pickett, K. (2012). Gleichheit ist Glück. Frankfurt a. M.: Tolkemitt Verlag.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.FriedrichshafenDeutschland

Personalised recommendations