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Die Geschlechterperspektive in der Naturgestaltung – Was bringt sie für das Handlungsfeld Wald?

  • Christine Katz
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Zusammenfassung

Forschungen zur Wald-/Forstwirtschaft aus einer Geschlechterperspektive im deutschsprachigen Raum sind rar und vorwiegend in den letzten 20 Jahren entstanden. Untersucht wurden u.a. die Arbeits-, Verdienst- und Aufstiegsverhältnisse sowie Diskriminierungen in der Ausbildung und auf dem Karriereweg. Ein wesentliche Ergebnis dabei ist: Das Forstwesen ist eine Männerdomäne (Nadai/ Seith 2001; Hehn 2010). So wurde gezeigt, wie mit Männlichkeitsbildern aufgeladene Symbole und Rituale auch heute noch Entscheidungsprozesse, Personalpolitik und Organisationsabläufe durchdringen und eine Kultur der Männlichkeit aufrecht erhalten, die sich strukturell im Ausschluss von Frauen aus bestimmten Positionen und Tätigkeitsfeldern manifestiert und Frauen systematisch benachteiligt (Katz/Hehn 2010; Katz/Mayer 2006). Ebenfalls herausgearbeitet wurde, wie die verschiedenen professionellen waldwirtschaftlichen Praktiken geschlechtlich markiert sind und welche Folgen damit für die Geschlechterverhältnisse und das Waldnaturmanagement einhergehen (insbesondere Katz/Mayer 2006; Katz 2010; Mayer 2010; Katz 2011). Der vorliegende Beitrag widmet sich diesem bisher nur randständig behandelten letzten Aspekt aus verschiedenen Perspektiven und zeigt auf, was der Blick auf Geschlechterverhältnisse bei der Gestaltung von Waldnatur zu leisten vermag, zu welchen Einsichten und Erkenntnissen er beiträgt.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Fachbereich UmweltplanungLeuphana Universität LüneburgLüneburgDeutschland

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