Energieintensive Industrien zwischen Gesellschaft und globalen Märkten

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Zusammenfassung

Energieintensive Industrien in Deutschland sehen sich neben einem weltweiten Preiswettbewerb auch einer polarisierten öffentlichen Debatte ausgesetzt. Standen im Fokus früherer Auseinandersetzungen um Energietechnologien insbesondere deren Umwelt‐ und Sicherheitsrisiken, hat sich der öffentliche Schwerpunkt hin zu einer „Energiegerechtigkeit“ von Strompreisen sowie zur Legitimation klimapolitischer Instrumente verschoben. Energiepolitik, die mancher noch primär unter dem Gesichtspunkt der Umwelt‐ oder Wirtschaftspolitik betrachtet, ist angesichts des europäischen Binnenmarktes und globaler Energietrends zu einer Frage der Wettbewerbspolitik geworden.

Dieser Beitrag zeigt am Beispiel der Grundstoffindustrie einige Grundzüge des Spannungsfelds auf. Im Ergebnis argumentiert er, dass die Industrie Effizienzpotenziale weiter heben oder die Einspeisung fluktuierenden Stroms unterstützen kann. Damit ist sie schon heute Problemlöser bei der Transformation des Energiesystems. Die eigentliche gesellschaftliche Diskussion muss jedoch über die Dringlichkeit der Versorgung von Hochtechnologieunternehmen mit Grundstoffen geführt werden, zumal in einem sich zuspitzenden Weltmarkt um Rohstoffe.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.TRUMPF GmbH + Co. KGDitzingenDeutschland
  2. 2.WirtschaftsVereinigung Metalle e.V.BerlinDeutschland

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