Advertisement

Problemaufriss

Chapter

Zusammenfassung

Es bedarf keiner besonders umfangreichen Ausführungen, um zu veranschaulichen, dass unsere (Ess-) Kultur von einem rigiden Schlankheitsideal geprägt ist. So hat sich das Schlankheitsideal in den letzten 100 Jahren deutlich radikalisiert. Dies hat zur Folge, dass Essen gleichsam verboten ist, da es die schlanke Linie gefährdet. Wenn wir trotzdem essen, dann folgt ein schlechtes Gewissen. Schlankheit garantiert laut empirischer Befunde mehr beruflichen Erfolg, eine höhere Attraktivität und bessere Heiratschancen. So wird verständlich, wie fast die gesamte Bevölkerung (vergeblich) gewillt ist, schlank zu werden oder schlank zu bleiben. Mit der Gesundheit hat dies wenig zu tun. So muss es andere Gründe haben, die dazu führen, dass unsere Kultur ein obsessives Verhältnis zur Schlankheit hat. Orthorexia nervosa ist nicht nur indirekt an Schlankheit gekoppelt (s. die Ausführungen von Bratman weiter oben), sondern an ein obsessives Verhältnis zum Essen. Insofern sind radikales Schlankheitsideal und Orthorexia nervosa gut verknüpfbar.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.FB OecotrophologieHochschule FuldaFuldaDeutschland
  2. 2.StuttgartDeutschland
  3. 3.LichDeutschland

Personalised recommendations