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Familien-Ideale. Regulierungen einer privaten Lebensform

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Zusammenfassung

Der Artikel befasst sich mit dem Wandel und der Persistenz der symbolischen Geschlechterordnung. Im Zentrum der Reflexionen stehen die Ideale, die die Praxis der geschlechtlichen Arbeitsteilung in der Familie regulieren. Charakteristisch für die gegenwärtige Situation ist die paradoxe Gleichzeitigkeit „alter" und „neuer" Ideale. Sie führt dazu, dass bislang verborgene Mechanismen sichtbar werden. Frauen und Männer merken, dass sie in dem Bestreben, einem Ideal gerecht zu werden, viele Dinge verwerfen müssen. Je weniger Frauen und Männer zu dieser Verwerfung bereit sind, desto brüchiger wird die geschlechtliche Zuweisung der Sphären. Aufgrund dieses Wandels der Geschlechterordnung lösen sich Strukturmerkmale der Hausarbeit auf und steht die Reproduktion der Arbeitskraft zur Disposition.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität BielefeldKölnDeutschland

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