Bildungslandschaft zwischen Raum und Bildung

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Zusammenfassung

Mit der Idee einer Bildungslandschaft verknüpften sich bildungspolitische Zielsetzungen, theoretische Überlegungen, Modelle und Erfahrungsberichte. Im ‚Ideal‘ eröffnen sich für Kommunen neue Gestaltungsoptionen, die ein Mehr an sozialer Gerechtigkeit und Entfaltungsmöglichkeiten für alle BürgerInnen eröffnen, aber auch blockieren. Konventionelle Ansätze von Bildungslandschaft fokussierten bislang, besonders für die Kindheits- und Jugendphase, auf (Lern- und Bildungs-)Orte, an denen in zeitlich linearer Abfolge gelernt, erzogen und beschult wurde. Als solches werden damit nur topografische Betrachtungen von pädagogisch inszenierten ‚exklusiven‘ (Bildungs-)Settings in die Umsetzung mit einbezogen, die es für zukünftige Bildungslandschaftsprojekte zu überwinden gilt. In dem Beitrag wird Bildungslandschaft ‚von unten‘, d. h. vom Subjekt aus gedacht und unter dem Aspekt von ‚Stadtraumbildung‘ topologisch bestimmt. Dazu werden neben raumtheoretischen Überlegungen auch kinder- und jugendpolitische Positionen herangezogen, um den (städtischen) Raum als Möglichkeitsraum insbesondere für benachteiligte Kinder und Jugendliche zu beschreiben und entlang der Dimensionen Zugang, Nutzung und demokratischer Mitbestimmung zu diskutieren.

Schlüsselwörter

Bildungslandschaft Raum Bildungsbenachteiligung Bildungs- und Stadtpolitik Kommunalpolitik 

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Friedrich-Schiller-Universität JenaJenaDeutschland
  2. 2.Universität BielefeldBielefeldDeutschland

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