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PR-Wissenschaft: Methodologie in Sicht?

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Zusammenfassung

Noch vor einigen Jahren wurde die Frage gestellt, ob PR eine Wissenschaft sein kann. Der eine oder andere meinte, PR sei letztlich das gleiche wie Propaganda. Heute gibt es bereits einige Stimmen, die meinen, dass PR „veraltet“ sei und „Unternehmenskommunikation“ der treffendere Begriff sei. Sie verkennen, dass der Kommunikationsbegriff die „Methode PR“ nicht vollständig erfasst. Sie besteht nicht nur und nicht zuerst in der Arbeit mit Multiplikatoren, der sich auch die Werbung bedient. Vielmehr ist es die „argumentative Selbststeuerung“ in Teilsystemen wie „Dialoggruppen“ oder „Stakeholdern“, die die Methode PR kennzeichnet und von den Handlungs-und Kaufappellen in Propaganda, Marketing und Werbung abgrenzt. Wichtig dabei ist, dass diese Selbststeuerung auch die ungeplante Kommunikation einschließt. Doch die Suche nach der „Methode PR“ wurde gerade erst eröffnet und braucht Zeit, um in der Unternehmenspraxis als Mehrwert anerkannt zu werden. Die Potenziale und Mehrwerte sind groß: Die Vielzahl der unternehmerischen Skandale mit zum Teil schweren Reputationsschäden, die nicht auf geplanter Kommunikation, sondern auf ungeplanter „Nicht-Kommunikation“ beruhen, macht dies deutlich. Dies führt dazu, dass der mögliche Erfolgsbeitrag der PR für Unternehmen hinter seinen Möglichkeiten weit zurück bleibt. Die Vielzahl der Beiträge in diesem Handbuch, die über die Kommunikation hinausgehen, deutet dies an. Darum muss die aktualisierte Frage lauten: „Heißt es ‚PR-Wissenschaft‘ oder ‚PR-Wissenschaften‘? Oder: „Heißt es ‚Corporate Communication‘ oder ‚Corporate Communications‘?“

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.EssenDeutschland

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