Schulbuch und Migration

Chapter
Part of the Interkulturelle Studien book series (IKS)

Zusammenfassung

Dem Schulbuch wird in der Öffentlichkeit zum Teil eine herausragende Bedeutung beigemessen. In Bezug auf das Geschichtsbuch formulierte der ehemalige Bundespräsident Walter Scheel auf dem Mannheimer Historikertag 1976 in emphatischer Weise: „Die Geschichte in den Schulbüchern ist eine geschichtliche Macht, die ungeheure Energien entfalten kann, zum Guten oder zum Bösen. Die Mächtigen und diejenigen, die zur Macht drängen, haben das immer gewusst.“ Es ist bezeichnend, dass nach der Regierungsübernahme durch SPD und FDP im Jahr 1972 und der parteipolitischen Polarisierung in Fragen der Schulpolitik gerade Schulbuchfragen in der Öffentlichkeit teilweise wahre Glaubenskriege entfachten und die Schulbuchverlage sich seither gezwungen sahen, Schulbücher in unterschiedlichen Länderausgaben zu konzipieren, um eine Zulassung zu erhalten. Auch die zahlreichen aktuellen politischen Kontroversen um Schulbuchinhalte im Ausland machen deutlich, dass Schulbüchern, insbesondere für das gesellschaftliche Aufgabenfeld, besondere Wirkungen für das Bewusstsein der nachwachsenden Generation zugeschrieben werden.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.DürenDeutschland

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