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Kulturelle Dimensionen europäischer Außenpolitiken

  • Sabine Riedel
Chapter

Zusammenfassung

Der letzte Hauptteil dieses Buches schildert, wie stark das Phänomen der Kulturalisierung die Außenpolitiken einiger EU-Mitgliedstaaten erfasst hat. Abseits der europäischen Öffentlichkeit betreiben z. B. Bulgarien, Rumänien oder Ungarn eine Politik der doppelten Staatsbürgerschaft, um den Verlust an Arbeitskräften zu kompensieren. Damit machen sie nicht nur Millionen außerhalb der EU zu Unionsbürgern, ohne dass die übrigen EU-Mitglieder ein Mitsprache- oder Einspruchsrecht hätten. Vor allem destabilisieren sie mit dem auf Abstammung und Sprache basierenden Kulturnationsmodell den gesamten EU-Nachbarschaftsraum. War Russland anfangs nur ein zurückhaltender Akteur, ist es spätestens seit Beginn der Ukrainekrise zur Konfliktpartei geworden. Doch auch andere Beispiele wie die Türkei oder die Länder des Arabischen Frühlings zeigen, wie selbst alte EU-Mitglieder immer mehr von den eigenen Werten demokratischer Willensnationen abrücken und einer Kulturalisierung der muslimisch geprägten Welt das Wort reden. Damit fördern sie einen schleichenden Staatszerfall statt politische Willensnationen zu stärken.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Stiftung Wissenschaft und PolitikBerlinDeutschland

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