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Europa zwischen Kulturkämpfen und Kulturaustausch

  • Sabine Riedel
Chapter

Zusammenfassung

Im historischen Kapitel wird die Dynamik der Staatenwelt Europas im Verlauf der letzten 150 Jahre beschrieben: von absolutistischen und konstitutionellen Monarchien, über Republiken und Diktaturen bis hin zu heutigen Demokratien. Stets stand die Kultur im Dienst machtpolitscher Interessen und damit am Scheideweg zwischen Krieg oder Frieden. Dies kam Anfang des 20. Jahrhunderts besonders deutlich zum Ausdruck, als die neuen demokratisch verfassten Staaten ihren Bürgern erstmals eine kulturelle Selbstbestimmung zugestanden. Denn der Sieg politischer Willensnationen, die sich in den Friedensverträgen 1919/1920 dem Erhalt des kulturellen Pluralismus verpflichteten, wurde bald von antidemokratischen und national(sozial)istischen Bewegungen angefochten. Dabei prägte der Nationalsozialismus mit seiner rassistischen Neuordnung Europas unser Verständnis von Nation als eine kulturell homogene Gemeinschaft bis heute. Besonders hartnäckig hielt es sich in Osteuropa, das in den Machtbereich Stalins gefallen war und nicht zum demokratischen Modell der politischen Willensnation zurückkehrte.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Stiftung Wissenschaft und PolitikBerlinDeutschland

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