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Zwölftelung der Kirchensteuer

  • Jens Petersen
Chapter

Zusammenfassung

Artikel 4 Abs. 1 GG garantiert als Ausfluss der Glaubens - und Gewissenfreiheit , nicht zu öffentlichen Abgaben herangezogen zu werden, die nur von Mitgliedern einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft erhoben werden dürfen. Daher ist die Heranziehung zur Kirchensteuer eines aus der Kirche Ausgetretenen über den Zeitraum des Austritts hinaus bis zum Ende des laufenden Jahres grundsätzlich verfassungswidrig. Mit der zeitanteiligen Zurechnung, der sog. Zwölftelung , wird die verfassungsrechtlich unzulässige Nachversteuerung vermieden. Bei ihr wird von einer zeitanteiligen Kirchensteuerpflicht für diesen einen Veranlagungszeitraum ausgegangen. Eine Aufteilung der im Kalenderjahr erzielten und der Einkommensteuer zugrunde zu legenden (ggfs. variierenden) Einkünfte (§ 25 Abs. 1 EStG) und der die Einkommensteuer mindernden Faktoren (z. B. Werbungskosten, Sonderausgaben) entfällt. Dabei dient die Zwölftelung der Verwaltungspraktikabilität, der Vereinfachung des Veranlagungsverfahrens und damit der Sicherstellung der geordneten Verwaltung der Kirchensteuern. Gegen die Zwölftelung bestehen keine verfassungsrechtlichen Bedenken

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)Wedemark - BissendorfDeutschland

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