Die Europawahl 2014 in Großbritannien – gegen Brüssel und gegen das Establishment

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Kurzzusammenfassung

Die Europawahl 2014 in Großbritannien kam einem politischen Erdbeben gleich. Während die etablierten Parteien zum Teil empfindliche Stimmeneinbußen hinnehmen mussten, errang die euroskeptische UK Independence Party (UKIP) die meisten Stimmen. Dieser Beitrag setzt sich mit den Ursachen und Folgen dieses Wahlausgangs auseinander. Auf Basis einer Analyse der Wahlkampagnen und vorliegender Umfragedaten zeigt der Beitrag, dass das Wahlergebnis nur zum Teil durch typische Nebenwahl-Dynamiken erklärt werden kann. Stattdessen ist die Wahl als Votum gegen die Europäische Union und ihre aus Sicht vieler Briten für Großbritannien nachteilige Politik zu betrachten. D aneben ist das Wahlergebnis Ausdruck eines tiefen Misstrauens gegenüber den etablierten Parteien und ihren Repräsentanten sowie gegenüber den Verfahren der repräsentativen Demokratie. Diese Befunde lassen erwarten, dass UKIP bei den Wahlen 2015 den Sprung ins Unterhaus schaffen wird. Zudem könnte der Zuspruch für die Euroskeptiker langfristig dazu führen, dass sich das britische Volk für einen Austritt aus der EU entscheidet.

Schlagworte

Europawahl 2014, Großbritannien, Second-Order-Elections, EU-Issue-Voting, Populismus 

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Demokratie & DemokratisierungWissenschaftszentrum BerlinBerlinDeutschland

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