Advertisement

And the winner is…?! Die Entstehung des Siegerbildes bei der TV-Debatte 2013

  • Johannes N. Blumenberg
  • Daniela Hohmann
  • Sven Vollnhals
Chapter

Zusammenfassung

In diesem Kapitel wird die Entstehung des Siegerbildes bei der TV-Debatte analysiert. Der Herausforderer Steinbrück hatte in diesem Zusammenhang im Vergleich zur Amtsinhaberin Merkel die weitaus schlechtere Ausgangslage. Die durchgeführten Analysen zeigen jedoch, dass Steinbrück die TV-Debatte für sich nutzen konnte. Tragende Rolle spielte dabei seine Fähigkeit seine Kompetenzen von der Entscheidungsfreudigkeit, über die Führungsstärke bis hin zur Lösungsorientierung herauszustellen. Merkel dagegen verlor aus Sicht der Zuschauer während der Debatte sogar an politischer Vertrauenswürdigkeit. Auch konnte Steinbrück durch die besseren Argumente bei den Zuschauern punkten, die der Analyse zufolge den zentralen Einfluss für die Ausformung des Siegers auf Zuschauerseite darstellen. Auf diese Weise gelang Steinbrück etwas, das zuvor so noch nicht aufgetreten ist: Ein Herausforderer schaffte es unter seiner schwereren Ausgangslage in die Gunst der Zuschauer zu fallen.

Literatur

  1. Arkin, R., Gabrenya, W., & McGarvey, B. (1978). The Role of Social Perspective in Perceiving the Causes of Success and Failure. Journal of Personality 46, 762–777.Google Scholar
  2. Faas, T., & Maier, J. (2004a). Mobilisierung, Verstärkung, Konvention? Ergebnisse eines Experiments zur Wahrnehmung der Fernsehduelle im Vorfeld der Bundestagswahl 2002. Politische Vierteljahreszeitschrift 45, 55–72.Google Scholar
  3. Faas, T., & Maier, J. (2004b). Chancellor-Candidates in the 2002 Televised Debates. German Politics 13, 300–316.Google Scholar
  4. Forschungsgruppe Wahlen (2013). TV-Duell 2013. Analyse der Forschungsgruppe Wahlen. Merkel gewinnt TV-Duell knapp, Steinbrück besser als erwartet http://www.forschungsgruppe.de/Umfragen/Archiv__weitere_Umfragen/TV-Duell_2013/. Zugegriffen: 7. November 2016.
  5. Kenski, K., & Jamieson, K. H. (2011). Presidential and Vice Presidential Debates in 2008. A Profile of Audience Composition. American Behavioral Scientist 55, 307–322.Google Scholar
  6. Klein, M. (2005a). Der Einfluss der beiden TV-Duelle im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 auf die Wahlbeteiligung und die Wahlentscheidung. Eine log-lineare Pfadanalyse auf der Grundlage von Paneldaten. Zeitschrift für Soziologie 34, 207–222.Google Scholar
  7. Klein, M. (2005b). Die TV-Duelle: Events ohne Effekt? In: M. Güllner, H. Dülmer, M. Klein, D. Ohr, M. Quandt, U. Rosar, & H.-D. Klingemann (Hrsg.), Die Bundestagswahl 2002. Eine Untersuchung im Zeichen hoher politischer Dynamik (S. 143–159).Wiesbaden: VS Verlag.Google Scholar
  8. Klein, M., & Pötschke, M. (2005). Haben die beiden TV-Duelle im Vorfeld der Bundestagswahl 2002 den Wahlausgang beeinflusst? Eine Mehrebenenanalyse auf der Grundlage eines 11-Wellen-Kurzfristpanels. In: J. W. Falter, O. W. Gabriel, & B. Weßels (Hrsg.), Wahlen und Wähler. Analysen aus Anlass der Bundestagswahl 2002 (S. 357–370). Wiesbaden: VS Verlag.Google Scholar
  9. Klein, M., & Rosar, U. (2007). Wirkung des TV-Duells im Vorfeld der Bundestagswahl 2005 auf die Wahlentscheidung. Eine empirische Analyse unter besonderer Berücksichtigung von Medieneinflüssen auf die Siegerwahrnehmung und subjektiven Erwartungshaltungen an die Debattenperformance der Kandidaten. Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 59, 81–104.Google Scholar
  10. Lang, G., & Lang, K. (1978). Intermediate and Delayed Responses to the Carter-Ford Debate. Assessing Public Opinion. Public Opinion Quarterly 42, 322–341.Google Scholar
  11. Lemert, J., Elliott, W., Bernstein, J., Rosenberg, W., & Nestvold, K. (1991). News Verdicts, the Debates, and Presidential Campaigns. New York: Praeger.Google Scholar
  12. Lowry, D., Bridges, J., & Barefield, P. (1990). Effects of TV. Instant Analysis and Querulous Criticism, Following the First Bush-Dukakis Debate. Journalism Quarterly 67, 814–825.Google Scholar
  13. Maier, J., & Faas, T. (2005). Schröder gegen Stoiber. Wahrnehmung, Verarbeitung und Wirkung der Fernsehdebatten im Bundestagswahlkampf. In: J. W. Falter, O. W. Gabriel, & B. Weßels (Hrsg.), Wahlen und Wähler. Analysen aus Anlass der Bundestagswahl 2002 (S. 77–101). Wiesbaden: VS Verlag.Google Scholar
  14. Maier, J., & Faas, T. (2011). ’Miniature Campaigns’ in Comparison: The German Televised Debates. German Politics 20, 76–91.Google Scholar
  15. Maier, J., Faas, T., & Maier, M. (2013). Mobilisierung durch Fernsehdebatten. Zum Einfluss des TV-Duells 2009 auf die politische Involvierung und die Partizipationsbereitschaft. In: H. Schoen, & B. Weßels (Hrsg.), Wahlen und Wähler. Analysen aus Anlass der Bundestagswahl 2013 (S. 79–96). Wiesbaden: Springer.Google Scholar
  16. Maurer, M., & Reinemann, C. (2003). Schröder gegen Stoiber. Nutzung, Wahrnehmung und Wirkung der TV-Duelle. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  17. Spiegel Online (2013a). Nach dem TV-Duell: Überall nur Sieger. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/tv-duell-merkel-und-steinbrueck-wollen-beide-sieger-sein-a-919802.html. Zugegriffen: 7. November 2016.
  18. Spiegel Online (2013b). Emnid-Umfrage: Steinbrück holt im Kanzlerduell auf. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/emnid-umfrage-steinbrueck-und-spd-holen-auf-a-921021.html. Zugegriffen: 7. November 2016.
  19. Tsfati, Y. (2003). Debating the Debate. The Impact of Exposure to Debate News Coverage and its Interaction with Exposure to the Actual Debate. Press/Politics 8, 70–86.Google Scholar
  20. YouGov Deutschland (2013). TV-Duell: Der Sieger heißt Stefan Raab. http://yougov.de/news/2013/09/10/tv-duell-der-sieger-heisst-stefan-raab/. Zugegriffen: 6. November 2016.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH 2017

Authors and Affiliations

  • Johannes N. Blumenberg
    • 1
  • Daniela Hohmann
    • 2
  • Sven Vollnhals
    • 3
  1. 1.MannheimDeutschland
  2. 2.MainzDeutschland
  3. 3.MainzDeutschland

Personalised recommendations