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Geld aus wirtschaftssoziologischer Sicht (Arbeitsorganisation, Geldkultur und Wirtschaftslenkung)

  • Paul KellermannEmail author
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Part of the essentials book series (ESSENT)

Zusammenfassung

Die frühere gesellschaftlich klare Unterscheidung von selbstbestimmter Tätigkeit für sich und fremdbestimmter Arbeit für jemand anderen hat sich immer mehr verloren – das allgemeine Verständnis von „Arbeit“ wurde reduziert auf Erwerbsarbeit; unentgeltliches Schaffen gilt kaum noch als Arbeit. Symptomatisch hierfür ist der historische Wandel von Arbeit und Entlohnung je nach sozialem Status als Sklave, Knecht und Lohnarbeiter, wobei die ehemalig allein politisch Bestimmenden (also die Sklavenhalter von Athen und Rom bis zu den US-amerikanischen Südstaaten) und darüber hinaus ihre elitäre herrschaftliche Stellung mit der Ausweitung der Geldwirtschaft allmählich verloren. Sklaven wurden als persönlicher Besitz angesehen, vergleichbar Haustieren, die für ihre Dienste ohne Geld, also nur mit den für ihr kärgliches Leben erforderlichen Mitteln entlohnt wurden. Knechte und Mägde der Feudalgesellschaft erhielten für ihre meist körperliche Arbeit zwar auch „Naturallohn“, indem sie im Umkreis eines bäuerlichen Haushalts lebten und bisweilen Taschengeld bekamen, aber formal nicht Eigentum irgendeines anderen waren. Doch mit ihnen änderte sich das Verhältnis von Arbeit und Zeit: Auch die Kinder von Sklaven waren Sklaven, die gegen Geld gehandelt wurden und auf unbestimmte Zeit ihren Herrschaften für verschiedenste Dienste zur Verfügung zu stehen hatten. Knechte und Mägde waren in der Landwirtschaft beschäftigt, deren

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für SoziologieAlpen-Adria-Universität KlagenfurtKlagenfurtÖsterreich

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