Medienwandel durch generationenspezifisches Medienhandeln

Chapter
Part of the Medien • Kultur • Kommunikation book series (MKK)

Abstract

Der Beitrag nimmt die Bedeutung der Medienhandlungsweisen von verschiedenen Generationen in den Blick und diskutiert die Implikationen des Blicks auf Generationen und seinen Beitrag zur Mediatisierungsforschung als Erforschung des Wechselverhältnisses zwischen Medienwandel und gesellschaftlichem Wandel. Die einzelnen Individuen verändern sich im Laufe ihres Lebens im Hinblick darauf, wie sie Medien in ihren Alltag integrieren. In den verschiedenen Abschnitten des Lebens finden sich unterschiedliche Ausformungen des Medienhandelns, die in einem komplexen Wechselspiel zwischen handlungsleitenden Themen im Verlauf des Heranwachsens, Interessenlagen und biographischen Verläufen im Erwachsenenalter sowie gesellschaftlichen Anforderungen begründet sind. Das Medienhandeln in der Gesellschaft unterliegt aber auch insgesamt Veränderungsprozessen, insofern sich Generationen zu einem Medienwandel unterschiedlich verhalten und sich daraus gesellschaftliche Dynamiken ergeben können. Im Beitrag werden empirische Hinweise zum Medienhandeln der jüngeren und älteren Generation und zum familialen Medienhandeln zusammengeführt und eine theoretische Rahmung, u.a. mithilfe des Konzepts der sozialen Welten, entwickelt, wie die Zusammenhänge zwischen einem generationenspezifischen Medienhandeln und dem Wandel von Gesellschaft und Medien theoretisch zu konzipieren und empirisch zu untersuchen sind.

Keywords

Mediatisierung, Generation, Medienwandel, Familie, Medienhandeln, Sozialisation, kultureller Wandel 

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Bakardjieva M (2005) Internet society: The internet in everyday life. Sage, London u. a.Google Scholar
  2. Barthelmes J, Sander E (2001) Erst die Freunde, dann die Medien. Medien als Begleiter in Pubertat und Adoleszenz. Leske und Budrich, OpladenGoogle Scholar
  3. Berger PL, Luckmann T (1980) Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Fischer, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  4. Best S, Engel B (2011) Alter und Generation als Einflussfaktoren der Mediennutzung. Kohortenanalysen auf Basis der ARD/ZDF-Langzeitstudie Massenkommunikation. Media Perspektiven 11/2011:525–542Google Scholar
  5. Bohnisch L, Lenz K, Schroer W (2009) Sozialisation und Bewaltigung. Eine Einfuhrung in die Sozialisationstheorie der zweiten Moderne. Juventa, Weinheim/ MunchenGoogle Scholar
  6. Eggert S (2010) Medien im Integrationsprozess: Motor oder Bremse ? Die Rolle der Medien bei der Integration von Heranwachsenden aus der ehemaligen Sowjetunion. Kopaed, MunchenGoogle Scholar
  7. Eggert S, Gebel C, Wagner U (2008) Die vertieften Handlungsschwerpunkte Spielen, Kommunizieren und Produzieren. In: Wagner U (Hrsg) (2008) Medienhandeln in Hauptschulmilieus. Mediale Interaktion und Produktion als Bildungsressource. Kopaed, Munchen, S 119–185Google Scholar
  8. Fietze B (2009) Historische Generationen. Uber einen sozialen Mechanismus kulturellen Wandels und kollektiver Kreativitat. transcript, BielefeldGoogle Scholar
  9. Gerhards M, Mende A (2006) Offliner: Vorbehalte und Einstiegsbarrieren gegenuber dem Internet bleiben bestehen. Media Perspektiven 8/2006:416–430Google Scholar
  10. Geulen D (2005) Subjektorientierte Sozialisationstheorie. Sozialisation als Epigenese des Subjekts in Interaktion mit der gesellschaftlichen Umwelt. Juventa, Weinheim/ MunchenGoogle Scholar
  11. Hartmann M (2007) Domestizierung 2.0: Grenzen und Chancen eines Medienaneignungskonzeptes. In: Winter C, Hepp A, Krotz F (Hrsg) Theorien der Kommunikationswissenschaft. Springer/VS, Wiesbaden, S 401–416Google Scholar
  12. Krotz F (2012b) Computerspielen als Handeln in sozialen Welten. Abschied von der These einer Jugendkultur der Computerspielenden. merz medien + erziehung, Zeitschrift fur Medienpadagogik, 4/2012:10–17Google Scholar
  13. Krotz F (2014) Medienwandel in der Perspektive der Mediatisierungsforschung: Annaherung an ein Konzept. In: Kinnebrock S et al. (Hrsg): Theorien des Medienwandels, Halem, Koln (im Erscheinen)Google Scholar
  14. Krotz F, Hepp A (Hrsg) (2012) Mediatisierte Welten. Forschungsfelder und Beschreibungsansatze. Springer/VS, WiesbadenGoogle Scholar
  15. Kubler H (2012) Mediengenerationen – gibt’s die ? Theoretische und analytische Sondierungen. In: Hartung A, Schorb B, Kuttner C (Hrsg) Generationen und Medienpadagogik. Annaherungen aus Theorie, Forschung und Praxis. Kopaed, Munchen, S 41–64Google Scholar
  16. Lange A (2012) â« Doing ⪠und â« Undoing Generation ⪠mit Medien in Familien eine heuristische Skizze. Hartung A, Schorb B, Kuttner C (Hrsg) Generationen und Medienpadagogik. Annaherungen aus Theorie, Forschung und Praxis. Kopaed, Munchen, S 109–128Google Scholar
  17. Lundby K (Hrsg) (2009) Mediatization. Concepts, changes, consequences. Peter Lang, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  18. Luscher K (2012) â« Generationendialoge ⪠im Kontext von Generationentheorie und Generationenpolitik. In: Hartung A, Schorb B, Kuttner C (Hrsg) Generationen und Medienpadagogik. Annaherungen aus Theorie, Forschung und Praxis. Kopaed, Munchen, S 87–108Google Scholar
  19. Luscher K, Liegle L, Lange A, Hoff A, Stoffel M, Viry G, Widmer E (2010) Generationen, Generationenbeziehungen, Generationenpolitik. Ein dreisprachiges Kompendium. Bern: Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften, http://www.kurtluescher.de/downloads/KL_Kompendium_Generationen.pdf. Zugegriffen: 07. 11. 2013
  20. Mannheim K (1964) Das Problem der Generationen. In: Ders. Wissenssoziologie. Auswahl aus dem Werk. Eingeleitet u. hrsg. von Kurt H. Wolff. Luchterhand, Berlin, S 509–565Google Scholar
  21. Mead GH (1969) Philosophie der Sozialitat. Suhrkamp, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  22. Mead GH (1973) Geist, Identitat und Gesellschaft. Suhrkamp, Frankfurt am MainGoogle Scholar
  23. Medienpadagogischer Forschungsverbund Sudwest (Hrsg) (2012) JIM-Studie 2012. Jugend, Information, (Multi-)Media. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jahriger. StuttgartGoogle Scholar
  24. Miller D, Slater D (2000) The internet: An ethnographic approach. Berg, Oxford Paus-Haase I, Hasebrink U, Mattusch U, Keuneke S, Krotz F (1999): Talkshows im Alltag von Jugendlichen. Zwischen Amusement, Orientierung und Ablehnung. Leske+Budrich, OpladenGoogle Scholar
  25. Peiser W (1999) Die Verbreitung von Medien in der Gesellschaft: Langfristiger Wandel durch Kohortensukzession, Rundfunk und Fernsehen 47, (4):485–498Google Scholar
  26. Pietras M (2013) Medienwandel und Generationenunterschiede – Zur Haltbarkeit der These von den â« Digital Natives âª. In: Wagner, Ulrike (Hrsg): Entgrenzte Familie – entgrenzte Medien ?! Interdisziplinare Diskurse Band 8. Kopaed, Munchen, S 77–86Google Scholar
  27. Pietras M, Grengs A (2012) Mediengenerationen. Gibt es technikbedingte Unterschiede zwischen jungeren und alteren Nutzern ? In: Hartung A, Schorb B, Kuttner C (Hrsg) Generationen und Medienpadagogik. Annaherungen aus Theorie, Forschung und Praxis. Kopaed, Munchen, S 25–40Google Scholar
  28. Postman, N (1983): Das Verschwinden der Kindheit. Fischer, Frankfurt am Main Quandt T, Wimmer J, Wolling J (Hrsg) (2008) Die Computerspieler. Studien zur Nutzung von Computergames. Springer/VS, WiesbadenGoogle Scholar
  29. Rheingold H (1993) The virtual community. Homesteading on the electronic frontier. Addison-Wesley, ReadingGoogle Scholar
  30. Roser J (Hrsg) (2007) Medienalltag. Domestizierungsprozesse alter und neuer Me dien. Springer/VS, WiesbadenGoogle Scholar
  31. Sackmann R (2007) Lebenslaufanalyse und Biographieforschung. Eine Einfuhrung. Springer/VS, WiesbadenGoogle Scholar
  32. Schafers B, Scherr A (2005) Jugendsoziologie. Einfuhrung in Grundlagen und Theorien. 8., umfassend aktualisierte und uberarbeitete Auflage. Springer/VS, Wiesbaden chmidt JH, Paus-Hasebrink I, Hasebrink U (Hrsg) (2009) Heranwachsen mit dem Social Web. Zur Rolle von Web 2.0-Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Vistas Verlag, BerlinGoogle Scholar
  33. Silverstone R, Haddon L (1996) Design and the domestication of information and communication technologies: Technical change and everyday life. In: Mansell R, Silverstone R (Hrsg) Communication by design. The politics of informa tion and communication technologies. Oxford University Press, Oxford, S 44–74Google Scholar
  34. Theunert H, Gebel C (2007) Untersuchung zur Akzeptanz des Jugendmedienschutzes aus der Perspektive von Eltern, Jugendlichen und padagogischen Fachkraften, http://www.jff.de. Zugegriffen: 07. 11. 2013
  35. Tapscott D (1998) Growing up digital: The rise of the net generation. McGraw Hill, New YorkGoogle Scholar
  36. Tillmann A (2008) Identitatsspielraum Internet. Lernprozesse und Selbstbildungspraktiken von Madchen und jungen Frauen in der virtuellen Welt. Juventa, Weinheim/MunchenGoogle Scholar
  37. Wagner U (2011) Medienhandeln, Medienkonvergenz und Sozialisation. Empirie und gesellschaftswissenschaftliche Perspektiven. Kopaed, MunchenGoogle Scholar
  38. Wagner U, Gebel C (2014) Jugendliche und die Aneignung politischer Information in Online-Medien. Springer/VS, WiesbadenGoogle Scholar
  39. Wagner U, Gebel C, Lampert C (2013) Medienerziehung zwischen Anspruch und Alltagsbewaltigung. Zusammenfuhrung und Fazit. In: Wagner U, Gebel C, Lampert C (Hrsg) Zwischen Anspruch und Alltagsbewaltigung: Medienerziehung in der Familie. Vistas Verlag, Berlin, S 243–270Google Scholar
  40. Wagner U, Bruggen N, Gebel C (2009) Web 2.0 als Rahmen fur Selbstdarstellung und Vernetzung. Analyse jugendnaher Internetplattformen und ausgewahlter Selbstdarstellungen von 14- bis 20-Jahrigen. Erster Teil der Studie ⫠Das Internet als Rezeptions- und Prasentationsplattform fur Jugendliche ⪠im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale fur neue Medien (BLM). Unter Mitarbeit von Peter Gerlicher und Kristin Vogel, http://www.jff.de/dateien/Bericht_Web_2.0_Selbstdarstellungen_JFF_2009.pdf . Zugegriffen: 07. 11. 2013
  41. Wagner U, Bruggen N, Gerlicher P, Schemmerling M (2012) Wo der Spas aufhort … Jugendliche und ihre Perspektive auf Konflikte in Sozialen Netzwerkdiensten. Teilstudie im Projekt â« Das Internet als Rezeptions- und Prasentationsplattform fur Jugendliche ⪠im Auftrag der Bayerischen Landeszentrale fur neue Medien (BLM). JFF – Institut fur Medienpadagogik in Forschung und Praxis, Munchen, http://www.jff.de/dateien/JFF-Bericht_Online-Konflikte.pdf. Zugegriffen: 07. 11. 2013
  42. Wetzstein T, Erbeldinger PI, Hilgers J, Eckert R (2005) Jugendliche Cliquen. Zur Bedeutung der Cliquen und ihrer Herkunfts- und Freizeitwelten. Springer/VS, WiesbadenGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Zentrum für Medien-, Kommunikations- und Informationsforschung (ZeMKI)Universität BremenBremenDeutschland
  2. 2.JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und PraxisMünchenDeutschland

Personalised recommendations