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Die Angst vor der Retraumatisierung des Klienten

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Abstract

Ein besonders sensibler Punkt in der Arbeit mit sexuell traumatisierten Jungen und Männern betrifft die Frage, zu welchem Zeitpunkt und auf welche Weise über die konkreten sexuellen Gewalterfahrungen gesprochen werden soll. Es wird dafür plädiert, dass sich die beraterische und therapeutische Arbeit – unter Beachtung traumatherapeutischer Grundprinzipien – primär am konkreten Bedarf des Klienten orientieren muss. Der Wunsch des Klienten, über seine Gewalterfahrungen zu sprechen, muss ernst genommen werden, sodass in der Beratung und Therapie ein entsprechender Raum dafür zur Verfügung gestellt werden muss. Das Sprechen über sexuelle Gewalterfahrungen setzt kein explizit psychotherapeutisches Setting voraus, sondern ist auch im Rahmen von Beratung möglich und legitim.

Schlagwörter:

Retraumatisierung, Traumatherapie, sexuelle Traumatisierung, Bedarfsorientierung 

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Authors and Affiliations

  1. 1.DüsseldorfDeutschland

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