Konstruktion und Relevanz von Ethnizität im deutsch-französischen Vergleich

Professionelle und lebensweltliche Diskurse bei Migrantennachkommen
Chapter
Part of the Studien zur Schul- und Bildungsforschung book series (SZSBF, volume 51)

Zusammenfassung

Mit der Perspektive auf die Konstruktion von Ethnizität ist es möglich, den Eingliederungsprozess von Migranten und deren Nachkommen als einen Prozess der Markierung und Verschiebung von Grenzen zu analysieren (Wimmer 2008a). In den Sozialwissenschaften existiert eine starke Tradition, den Aspekt der Konstruktion von Ethnizität in den Vordergrund zu stellen. Bekannt ist hierfür schon Max Webers Definition, der bei der Bildung einer ethnischen Gruppe deren subjektiven Glauben an eine gemeinsame Abstammung hervorhebt und nicht die Tatsache, dass die Gruppe tatsächlich eine kollektive Geschichte teilt. Diese analytische Perspektive lenkt den Blick auf Prozesse der Selbstzuschreibung. Der Ethnologe Fredrik Barth (Barth 1969) hebt später die Prozesse der Fremdzuschreibung bei der Konstruktion von Ethnizität hervor. Für ihn besteht die Analyse von Ethnizität wesentlich in der Analyse von Grenzen, die zwischen Gruppen in Interaktionen gezogen werden.

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© Springer Fachmedien Wiesbaden 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.KasselDeutschland
  2. 2.BerlinDeutschland

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