Advertisement

Künstlich begleitet. Der Roboter als neuer bester Freund des Menschen?

  • Michaela Pfadenhauer
  • Christoph Dukat
Chapter
Part of the Medien • Kultur • Kommunikation book series (MKK)

Zusammenfassung

In Anbetracht der „Social Robotics“ drängt sich die Frage nach dem sozialweltlichen Status des technischen Artefakts nachgerade unabweisbar auf. Ausgangspunkt sind deren Ankündigungen, dass Roboter an die Stelle des menschlichen Gegenübers bzw. mit diesem in Kommunikation und Interaktion treten können. In der Entwicklung von „artificial companions“ werden langfristige Bindungen zu Robotern in Aussicht gestellt. Aus wissenssoziologischer Perspektive erweist sich das, was avancierte (Medien-)Technik ‚ist’ und ‚kann’, als Interaktionsprodukt – dies allerdings nicht nur im Prozess der Technikgenese, sondern im Zuge des kommunikativen Handelns, in dem diese Technik be-handelt wird und Sozialbeziehungen stabilisiert. Mediatisierungsrelevant erweist sich die Frage, wie die (medien-)technischen Entwicklungen der Robotik das Medientableau ergänzen, wie diese in Kernaktivitäten sozialer Welten eingeflochten werden und sich dort als Institution etablieren.

Literatur

  1. Adelmann, Ralf. 2011. Von der Freundschaft in Facebook. Mediale Politiken sozialer Beziehungen in Social Network Sites. In Generation Facebook. Über das Leben im Social Net, Hrsg. Oliver Leistert, und Theo Röhle, 127–144. Bielefeld: Transcript.Google Scholar
  2. Ayaß, Ruth, und Christian Meyer. 2012. „Alles Soziale besteht aus verschiedenen Niveaus der Objektivierung“. Ein Gespräch mit Thomas Luckmann. In Sozialität in Slow Motion, Hrsg. Ruth Ayaß, und Christian Meyer, 21–39. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  3. Berger, Peter L., und Thomas Luckmann. 1969. Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit. Frankfurt a. M.: Fischer.Google Scholar
  4. Berger, Peter L., und Pullberg Stanley. 1965. Verdinglichung und die soziologische Kritik des Bewusstseins. Soziale Welt 16 (2): 97–112.Google Scholar
  5. Bergmann, Jörg. 1988. Haustiere als kommunikative Ressourcen. In Kultur und Alltag, Hrsg. Soeffner Hans-Georg, 299–312. Göttingen: Schwartz.Google Scholar
  6. Biundo, Susanne, und Andreas Wendemuth. 2010. Von kognitiven technischen Systemen zu Companion-Systemen. KI 24 (4): 335–339.Google Scholar
  7. Böhle, Knud, und Kolja Bopp. 2013. What a vision: The artificial companion in elderly care. A piece of vision assessment. In: sti-studies (special issue “Artifical Companions”) (im Erscheinen).Google Scholar
  8. Böhringer, Daniela, und Stephan Wolff. 2010. Der PC als „Partner“ im institutionellen Gespräch. Zeitschrift für Soziologie 39 (3): 233–251.Google Scholar
  9. Breazeal, Cynthia. 2002. Designing sociable robots. Cambridge MA: MIT Press.Google Scholar
  10. Breazeal, Cynthia. 2003. Towards sociable robots. Robotics and Autonomous Systems 42 (3–4): 167–175 (Terry Fong).Google Scholar
  11. Breazeal, Cynthia. 2005. Socially intelligent robots. Interactions 12 (2): 19–22.CrossRefGoogle Scholar
  12. Cerulo, Karen A. 2009. Nonhumans in social interaction. Annual Review of Sociology 35 (1): 531–552.CrossRefGoogle Scholar
  13. Dautenhahn, Kerstin, et al., Hrsg. 2002. Socially intelligent agents: Creating relationships with computers and robots. Norwell: Kluwer.Google Scholar
  14. Eberle, Thomas, und Christoph Maeder. 2011. Organisational ethnography. In Qualitative research, Hrsg. David Silverman, 54–73. Thousand Oaks: Sage.Google Scholar
  15. Echterhoff, Gerald et al. 2006. ‚Social Robotics‘ und Mensch-Maschine-Interaktion. Aktuelle Forschung und Relevanz für die Sozialpsychologie. Zeitschrift für Sozialpsychologie 37 (4): 219–231.CrossRefGoogle Scholar
  16. Fong, Terrence, et al. 2003. A survey of socially interactive robots. Robotics and Autonomous Systems 42 (3–4): 143–166.CrossRefGoogle Scholar
  17. Günthner, Susanne. 2012. „Lupf meinen Slumpf“: Die interaktive Organisation von SMS-Dialogen. In Sozialität in Slow Motion, Hrsg. Ruth Ayaß, und Meyer Christian, 353–372. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  18. Hepp, Andreas. 2012. Die kommunikativen Figurationen mediatisierter Welten: Zur Mediatisierung der kommunikativen Konstruktion von Wirklichkeit. In Kommunikativer Konstruktivismus, Hrsg. Hubert Knoblauch Keller Reiner, und Jo Reichertz, 97–120. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  19. Hironori, Matsuzaki. 2010. Gehorsamer Diener oder gleichberechtigter Partner? Überlegungen zum gesellschaftlichen Status von humanoiden Robotern in Japan. Technikgeschichte 77 (4): 373–390.Google Scholar
  20. Hitzler, Ronald. 2012. Das obskure Objekt der Wissbegierde – Wie können wir von Menschen im Wachkoma etwas in Erfahrung bringen? Referat bei der Tagung „Methodische Herausforderungen an den Grenzen der Sozialwelt“ am 13./14. April 2012 an der Universität Mainz.Google Scholar
  21. Hitzler, Ronald, Anne Honer, und Michaela Pfadenhauer. 2008. Zur Einleitung: „Ärgerliche“ Gesellungsgebilde? In Posttraditionale Gemeinschaften, Hrsg. Anne Honer Hitzler Ronald, und Michaela Pfadenhauer, 9–31. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  22. IFR Statistical Department, Hrsg. 2012. World Robotics – Service Robotics. http://www.worldrobotics.org/uploads/tx_zeifr/30_08_2012_PI_IFR_Serviceroboter.pdf.
  23. Knoblauch, Hubert. 2012. Grundbegriffe und Aufgaben des kommunikativen Konstruktivismus. In Kommunikativer Konstruktivismus, Hrsg. Reiner Keller, Hubert Knoblauch, und Jo Reichertz, , 25–47. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  24. Knoblauch, Hubert, und Bernt Schnettler. 2004. „Postsozialität“, Alterität und Alienität. In Der maximal Fremde. Begegnungen mit dem Nichtmenschlichen und die Grenzen des Verstehens, Hrsg. Michael Schetsche, 23–41. Würzburg: ERGON Verlag.Google Scholar
  25. Knorr-Cetina, Karin. 1998. Sozialität mit Objekten. Soziale Beziehungen in post-traditionalen Wissensgesellschaften. In Technik und Sozialtheorie, Hrsg. Werner Rammert, 83–120. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  26. Knorr-Cetina, Karin. 2007a. Postsoziale Beziehungen: Theorie der Gesellschaft in einem postsozialen Kontext. In Kulturen der Moderne, Hrsg. Thorsten Bonacker und Andreas Reckwitz, 267–300. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  27. Knorr-Cetina, Karin. 2007b. Umrisse einer Soziologie des Postsozialen. In Kognitiver Kapitalismus, Hrsg. Pahl Hanno, und Meyer Lars, 25–39. Marburg: Metropolis.Google Scholar
  28. Knorr-Cetina, Karin. 2012a. Skopische Medien. In Mediatisierte Welten. Forschungsfelder und Beschreibungsansätze, Hrsg. Krotz Friedrich, und Hepp Andreas, 167–196. Wiesbaden: Springer VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  29. Knorr-Cetina, Karin. 2012b. Die synthetische Situation. In Sozialität in Slow Motion, Hrsg. Ayaß Ruth, und Meyer Christian, 81–109. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  30. Krings, Bettina. J., Knud Böhle, Michael Decker, Linda Nierling, und Christoph Schneider. 2012. ITA-Monitoring „Serviceroboter in Pflegearrangements† – Kurzstudie. Karlsruhe. ITAS Pre-Print vom 04.12.2012. http://www.itas.fzk.de/deu/lit/epp/2012/krua12-pre01.pdf.
  31. Krotz, Friedrich. 2007a. Der AIBO – Abschied von einem Haustier aus Plastik und Metall. In Medienalltag. Domestizierungsprozesse alter und neuer Medien, Hrsg. Jutta Röser, 234–235. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  32. Krotz, Friedrich, Hrsg. 2007b. Mediatisierung: Fallstudien zum Wandel von Kommunikation. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  33. Krotz, Friedrich. 2008. Posttraditionale Vergemeinschaftung und mediatisierte Kommunikation. Zum Zusammenhang von sozialem, medialem und kommunikativem Wandel. In Posttraditionale Gemeinschaften. Theoretische und ethnographische Erkundungen, Hrsg. Anne Honer Ronald Hitzler, und Michaela Pfadenhauer, 151–169. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  34. Krummheuer, Antonia. 2010. Interaktion mit virtuellen Agenten. Zur Aneignung eines ungewohnten Artefakts. Stuttgart: Lucius & Lucius.Google Scholar
  35. Krummheuer, Antonia. 2012. Künstliche Interaktionen mit Embodied Conversational Agents. Eine Betrachtung aus Sicht der interpretativen Soziologie. Technikfolgenabschätzung – Theorie und Praxis 20 1:32–38.Google Scholar
  36. Lange, Julia, und Jörg Frommer. 2011. Subjektives Erleben und intentionale Einstellung in Interviews zur Nutzer-Companion-Interaktion. Vortrag gehalten auf: INFORMATIK 2011– Informatik schafft Communities. 41. Jahrestagung der Gesellschaft für Informatik, 4.-7.10.2011, Berlin.Google Scholar
  37. Levy, David. 2010. Falling in love with a Companion. In Close engagement with artificial companions, Hrsg. Yorick Wilks, 89–93. Amsterdam: John Benjamins Publishing.Google Scholar
  38. Lindemann, Gesa. 2005. Die Verkörperung des Sozialen. Theoriekonstruktion und empirische Forschungsperspektiven. In Soziologie des Körpers, Hrsg. Markus Schröer, 114–138. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  39. Lindemann, Gesa. 2008. Lebendiger Körper – Technik – Gesellschaft. In Die Natur der Gesellschaft. Verhandlungen des 33. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Kassel, Hrsg. Karl-Siegbert Rehberg, 689–704. Frankfurt a. M.: Campus.Google Scholar
  40. Joost van Loon. 2008. Media technology. Maidenhead: Open University Press.Google Scholar
  41. Luckmann, Thomas. 1992. Theorie des sozialen Handelns. Berlin: de Gruyter.Google Scholar
  42. Mehler, Alexander. 2009. Artifizielle Interaktivität. Eine semiotische Betrachtung. In: Medienwandel als Wandel von Interaktionsformen – von frühen Medienkulturen zum Web 2.0, Hrsg. Tilmann Sutter und Alexander Mehler, 107–134. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  43. Meister, Martin. 2011. Soziale Koordination durch Boundary Objects am Beispiel des heterogenen Feldes der Servicerobotik. Dissertation, Berlin: TU Berlin.Google Scholar
  44. Meyer, Sibylle. 2011. Mein Freund der Roboter, Servicerobotik für ältere Menschen – eine Antwort auf den demografischen Wandel? Berlin: VDE.Google Scholar
  45. del Moral, Sergio, Diego E. Pardo, und Cecilio Angulo. 2009. Social robot paradigms: An overview. IWANN 1:773–780.Google Scholar
  46. Mori, Masahiro. 1970. The Uncanny valley. Energy 7 (4): 33–35.Google Scholar
  47. Ellen van Oost, und Darren Reed. 2010. Towards a sociological understanding of robots as companions. HRPR 59:11–18.Google Scholar
  48. Picard, Rosalind. 1997. Affective computing. Cambridge: MIT Press.Google Scholar
  49. Pfadenhauer, Michaela. 2010. Unvermutete Lernorte. Bildungsaspekte von Jugendszenen. In Mensch – Gruppe – Gesellschaft (Festschrift für Manfred Prisching in zwei Bänden), Hrsg. Christian u. a. Brünner, 565–578. Wien: Neuer Wissenschaftlicher Verlag (NWV).Google Scholar
  50. Rammert, Werner. 2006. Die technische Konstruktion als Teil der gesellschaftlichen Konstruktion der Wirklichkeit. In Zur Kritik der Wissensgesellschaft, Hrsg. Hubert Knoblauch Dirk Tänzler, und Hans-Georg Soeffner, 83–100. Konstanz: UVK.Google Scholar
  51. Rammert, Werner. 2011. Distributed agency and advanced technology. Or: How to analyse constellations of collective inter-agency. Technical University Technology Studies. Working Papers TUTS-WP-3–2011.Google Scholar
  52. Rieger, Burkhard B. 2001. Computing granular word meanings. A fuzzy linguistic approach in computational semiotics. In Computing with words, Hrsg. Paul P. Wang, 147–208. New York: Wiley.Google Scholar
  53. Sawyer, Steve, und Andrea Tapia. 2003. The computerization of work: A social informatics perspective. In Computers in society: Privacy, ethics & the internet, Hrsg. Joey F. George, 93–109. Upper Saddle River: Prentice Hall.Google Scholar
  54. Schnettler, Bernt, und René Tuma. 2007. Pannen – Powerpoint – Performanz – Technik als ›handelndes Drittes‹ in visuell unterstützten mündlichen Präsentationen? In Powerpoint-Präsentationen. Neue Formen der gesellschaftlichen Kommunikation von Wissen, Hrsg. Schnettler Bernt, und Hubert Knoblauch, 163–188. Konstanz: UVK.Google Scholar
  55. Scholtz, Christopher P. 2008. Alltag mit künstlichen Wesen. Theologische Implikationen eines Lebens mit subjektsimulierenden Maschinen am Beispiel des Unterhaltungsroboters Aibo. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.Google Scholar
  56. Schütz, Alfred. 1964. The social world and the theory of action. In Collected papers II, Hrsg. Arvid Brodersen, 3–19. The Hague: Nijhoff.Google Scholar
  57. Shibutani, Tamotsu. 1955. Reference groups as perspectives. American Journal of Sociology 60 (6): 562–569.CrossRefGoogle Scholar
  58. Soeffner, Hans-Georg. 1988. Kulturmythos und kulturelle Realität(en). In Kultur und Alltag. Sonderband 6 der Zeitschrift Soziale Welt, Hrsg. Hans-Georg Soeffner, 3–20, Göttingen: Schwartz. Google Scholar
  59. Star, Susan L., und James R. Griesemer. 1989. Institutional ecology, †Translations’, and boundary objects: Amateurs and professionals in Berkeley’s Museum of Vertebrate Zoology. Social Studies of Science 19: S.  387–420.CrossRefGoogle Scholar
  60. Strauss, Anselm. 1978. A Social Worlds Perspective. Studies in Symbolic Interaction 1 (1): 119–128.Google Scholar
  61. Suchman, Lucy. 2007. Human technology reconfigurations. Plans and situated actions. Cambridge: University Press.Google Scholar
  62. Turing, Alan M. 1950. Computing machinery and intelligence. In MIND, a quarterly review of psychology and philosophy. Vol. LIX. No. 236, S. 433–460.Google Scholar
  63. Turkle, Sherry. 1984. The second self. Computers and the human spirit. New York: Simon & Schuster.Google Scholar
  64. Turkle, Sherry. 2006. A Nascent Robotics Culture. New Complicities for Companionship. AAAI Technical Report Series, July 2006.Google Scholar
  65. Turkle, Sherry, Hrsg. 2007. Evocative objects. Things we think with. Cambridge: MIT-Press.Google Scholar
  66. Turkle, Sherry. 2010. In good company? On the threshold of robotic companions. In Close Engagement with Artificial Companions, Hrsg. Yorick Wilks, 3–10. Amsterdam: John Benjamins.Google Scholar
  67. Turkle, Sherry. 2011. Alone together. Why we expect more from technology and less from each other. New York: Basic Books.Google Scholar
  68. Turkle, Sherry. 2012. Wir müssen reden. Laptops, Smartphones, Tablets. Die digitale Technik verändert nicht nur unsere Kommunikation – sie verändert uns. In: DIE ZEIT, 3. Mai 2012:11.Google Scholar
  69. Weizenbaum, Josef. 1966. Eliza – a computer program for the study of natural language communication between man and machine. Communications of the ACM 9 (1): 36–45.CrossRefGoogle Scholar
  70. Wilks, Yorick. 2010. Introducing artificial companions. In Close Engagement with Artificial Companions, Hrsg. Yorick Wilks, 11–20. Amsterdam: John Benjamins Publishing.Google Scholar
  71. Yumakulov, Sophya, Dean Yergens, und Gregor Wolbring. 2012. Imagery of people with disabilities within social robotics research. In Proceeding of the ICSR 2012, LNAI (7621), (Hrsg.). S. S. Ge et al., 168–177. Berlin: Springer.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1. Lehrstuhl für Soziologie des WissensKarlsruhe Institute of Technology (KIT)KarlsruheDeutschland

Personalised recommendations