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Elternwerden als Lebenslaufkrise – Objektive Probleme und individueller Umgang

  • Lalenia ZizekEmail author
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Zusammenfassung

Elternwerden wird von Lalenia Zizek als Lebenslaufkrise in den Blick genommen. Dabei geht es anhand der Rekonstruktion individueller Bewältigung darum, objektive Probleme dieses Übergangs zu identifizieren. Auf diesem Wege wird dieser charakterisiert und eine Basis für einen konturierten Vergleich der Fälle gewonnen. Um den Übergang in seiner Prozesshaftigkeit zu erfassen, wurden Interviews während der Schwangerschaft und nach der Geburt erhoben und mit Verfahren rekonstruktiver Sozialforschung analysiert. Lebenslaufkrisen werden zunächst als spezifische Krisen reflektiert und vor allem von ontogenetischen Krisen abgegrenzt, deren Reihenfolge unveränderlich ist und die man nicht umgehen kann. Zentrale heuristische Konzepte sind die strukturtheoretische Familiensoziologie und die Bourdieusche Kapitaltheorie, wobei die Fallanalysen zeigen, dass erstere die Kernproblematik des Übergangs differenziert, während letztere die Analyse der Rand- bzw. Ausgangsbedingungen befördert. Auf Grundlage der Fallanalysen wird ein theoretisches Modell der Entzerrung des Übergangs entfaltet, das Phasen des Übergangs differenziert, die genutzt oder ungenutzt bleiben können und damit zu einer Entzerrung oder Verdichtung der Krise beitragen.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Johannes Gutenberg-Universität MainzMainzDeutschland

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