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Weltanschauungen in regionalentwickelndem Handeln – die Beispiele liberaler und konservativer Ideensysteme

  • Olaf KühneEmail author
Chapter
Part of the RaumFragen: Stadt – Region – Landschaft book series (RFSRL)

Zusammenfassung

Die Frage, welche Entwicklung Regionen nehmen oder nehmen sollten, aber auch die Frage, was unter ‚Region‘ zu verstehen sei, ist in hohem Maße abhängig von gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen, die häufig in (politischen) Weltanschauungen fußen. Die wissenschaftliche Befassung, in welcher Form, weltanschauliche Vorstellungen die Definition von Region – und damit eng verbunden Landschaft – beeinflussen, oder sogar bestimmen, ist eng verbunden mit dem Aufkommen nicht-essentialistischer, insbesondere konstruktivistischer Verständnisse von Raum (vgl. Beitrag Chilla/Kühne/Weber/Weber in diesem Band). In dem vorliegenden Beitrag werden die Weltanschauungen des Liberalismus und des Konservatismus untersucht, einerseits, da sie im Diskurs der Entwicklung von Regionen und Landschaften eine besondere Dominanz, andererseits weil sie hinsichtlich ihrer diskursiven Formierung jeweils voneinander abgrenzende Hegemoniebestrebungen aufweisen. Die Untersuchung der Implikationen zu Regionalentwicklung und Landschaftsentwicklung erfolgt auf Grundlage einer Idealtypenbildung nach Max Weber.

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Authors and Affiliations

  1. 1.FreisingDeutschland

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