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Herausforderungen der Energiewende: Zur Konstruktion von ‚Energieregionen‘

  • Claudia KölscheEmail author
Chapter
Part of the RaumFragen: Stadt – Region – Landschaft book series (RFSRL)

Zusammenfassung

In der gesellschaftlichen Diskussion um die ‚Energiewende‘ taucht zunehmend der Begriff ‚Energieregion‘ auf. In politischen Reden, auf Websites, in der Zeitung oder bei Konferenzen kann man ihn hören und lesen. Verwaltungen, Politik, Projektiererinnen und Projektierer, Energieversorgungsunternehmen, Lokalzeitungen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Bürgerinnen und Bürger stellen regionale Bezüge her, um energiespezifische Aspekte zu thematisieren. Kommunen schließen sich zu ‚100 % Erneuerbare-Energie-Regionen‘ zusammen oder (re)kommunalisieren ihre Energieversorgung. Unternehmen werben mit ihrer regionalen Verbundenheit. Energiegenossenschaften bündeln finanzielle Mittel, um regionale Projekte anzustoßen und Forschungsinstitute begleiten diesen Prozess durch regional ausgerichtete ‚naturräumliche‘ und akteursbezogene Potentialstudien. Es fällt auf, dass der Begriff ‚Energieregion‘ selten in Alltagskontexten, sondern viel eher in formal organisierten Kontexten auftaucht. Vor diesem Hintergrund rückt die Frage in den Fokus, wie Organisationen mit ‚Energieregionen‘ umgehen und über diese sprechen. Zentral wird damit die Kommunikation über Raum, womit eine konstruktivistische Sichtweise eingenommen wird. In diesem Sinne ist die Beobachtung von ‚Energieregionen‘ die Beobachtung von zunehmender Kommunikation über ‚Energieregionen‘. Nicht die Frage, was ‚Energieregionen‘ sind, sondern die Frage, wie unterschiedliche Organisationen sie konstruieren, wie sie sich darauf beziehen beziehungsweise wie sie in ihren Äußerungen zum Tragen kommen, wird zentral.

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Authors and Affiliations

  1. 1.BonnDeutschland

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