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Forderungsmanagement ist Risikomanagement

  • Rudolf H. MüllerEmail author
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Zusammenfassung

Eine zentrale Aufgabe des Forderungsmanagements, wenn nicht sogar die zentrale Aufgabe des Forderungsmanagements, ist die Existenzsicherung des Unternehmens. Eine potenzielle Existenzgefährdung geht von der Gewährung von Lieferantenkrediten in nicht unerheblichem Umfang aus. Die Deutsche Bundesbank beziffert den Forderungsbestand von KMU für das Jahr 2010 auf 165,1 Mrd. €, den aller deutscher Unternehmen auf 395,5 Mrd. € Demzufolge hat jedes KMU durchschnittlich 14,7 % seiner Bilanzsumme als (kurzfristigen) Lieferantenkreditbestand ausgewiesen. Selbstverständlich ist die Unternehmensfinanzierung darauf abgestimmt, dass unterstellt wird, dass die vergebenen Lieferantenkredite vollständig und fristgerecht durch die Kreditnehmer (Kunden) getilgt werden. Die betriebliche Realität ist jedoch anders: Forderungsausfälle bis zu 1 % vom Umsatz (oder 3 % aller Forderungen) sind nicht selten. Auch das Zahlungsverhalten (die Kreditrückzahlung) erfolgt nicht termingerecht. Ein durchschnittlicher Zahlungsverzug von bis zu 15 Tagen bedeutet, dass der „Tilgungsplan“ faktisch durch einseitiges Handeln um etwa 50 % verlängert wird. Nach aktuellen Angaben von Atradius zahlen über 30 % der inländischen Kreditnehmer (Kunden) ihre in Anspruch genommenen Lieferantenkredite nicht pünktlich zurück.

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Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2013

Authors and Affiliations

  1. 1.GamlenDeutschland

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