Advertisement

Gesundheitsreformen in der Berichterstattung von 1998 bis 2010. Eine Inhaltsanalyse unter besonderer Berücksichtigung vertrauensrelevanter Aspekte

  • Patricia Grünberg
Chapter

Zusammenfassung

Das deutsche Gesundheitssystem wurde in den vergangenen 20 Jahren durch zahlreiche, teilweise tiefgreifende Reformen geprägt. Der vorliegende Beitrag untersucht auf Basis der Theorie öffentlichen Vertrauens, wie die Medien über 18 zentrale Reformen der Kranken- und Pflegeversicherung berichteten und inwiefern sie dabei vertrauensrelevante Aspekte wie Vertrauensfaktoren oder Diskrepanzen thematisierten. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur die Reformen, sondern auch die dafür verantwortlichen politischen Akteure, insbesondere Bundesgesundheitsminister und Bundesregierung, fast konstant negativ eingeschätzt werden. Dabei stehen vor allem die Fach- und Problemlösungskompetenzen der Politiker in der Kritik. Die Journalisten berücksichtigen vornehmlich die Positionen von Opposition, Ärzteschaft und Krankenkassen. Patienten hingegen sind nur äußerst selten Bestandteil der Berichterstattung.

Literatur

  1. Barber, B. (1983). The logic and limits of trust. New Brunswick: Rutgers University Press.Google Scholar
  2. Bentele, G. (1994). Öffentliches Vertrauen. Normative und soziale Grundlagen für Public Relations. In W. Armbrecht & U. Zabel (Hrsg.), Normative Aspekte der Public Relations. Grundlegende Fragen und Perspektiven. Eine Einführung (S. 131–158). Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  3. Bentele, G., Dolderer, U., Fechner, R., & Seidenglanz, R. (2012). Profession Pressesprecher 2012. Vermessung eines Berufsstandes. Berlin: Helios Media.Google Scholar
  4. Bentele, G., & Janke, K. (2008). Krisenkommunikation als Vertrauensfrage? Überlegungen zur krisenbezogenen Kommunikation mit verschiedenen Stakeholdern. In T. Nolting & A. Thießen (Hrsg.), Krisenmanagement in der Mediengesellschaft. Potenziale und Perspektiven der Krisenkommunikation (S. 112–132). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  5. Bernays, E. (2011). Propaganda. Die Kunst der Public Relations. Freiburg: Orange Press.Google Scholar
  6. Braun, B., & Marstedt, G. (2010). Gesundheitspolitik auf dem Prüfstand. In J. Böcken, B. Braun, & J. Landmann (Hrsg.), Gesundheitsmonitor 2010 (S. 119–352). Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.Google Scholar
  7. Coleman, J. S. (1991). Grundlagen der Sozialtheorie. Band 1, Handlungen und Handlungssysteme. München: Oldenbourg Verlag.Google Scholar
  8. Ermes, V. (2009). Der Verlust öffentlichen Vertrauens. Analyse der Berichterstattung über Vattenfall im Jahr 2007. Universität Leipzig: Magisterarbeit.Google Scholar
  9. Feldkirchen, M. (2010, 7. Juni). „Grüß Schnuffelchen“. Der Spiegel, 23, 33.Google Scholar
  10. GfdS (Gesellschaft für deutsche Sprache). (2012). Wort des Jahres. www.gfds.de/index.php?id=11. Zugegriffen: 28. Feb. 2013.
  11. Giddens, A. (1995). Konsequenzen der Moderne. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.Google Scholar
  12. Grünberg, P. (2014). Vertrauen in das Gesundheitssystem. Wie unterschiedliche Erfahrungen unsere Erwartungen prägen. Wiesbaden: Springer VS.CrossRefGoogle Scholar
  13. Hommerich, C. (2010). Neuer Aufbruch in die Freiberuflichkeit? Rheinisches Ärzteblatt, 3, 12–15.Google Scholar
  14. Hundhausen, C. (1951). Werbung um öffentliches Vertrauen. Public Relations. Essen: Girardet.Google Scholar
  15. Köcher, R. (2009). Allensbacher Jahrbuch der Demoskopie 2003–2009. Die Berliner Republik. Berlin: Walter de Gruyter.Google Scholar
  16. Kohring, M. (2004). Vertrauen in Journalismus. Konstanz: UVK.Google Scholar
  17. Kunczik, M., & Szyszka, P. (2008). Praktikertheorien. In G. Bentele, R. Fröhlich, & P. Szyszka (Hrsg.), Handbuch der Public Relations. Wissenschaftliche Grundlagen und berufliches Handeln (S. 110–124).Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  18. Löhn, S., & Röttger, U. (2009). Vertrauen in die Vertrauensspezialisten. Theoretische Konzeption und empirische Analyse von Vertrauen in der PR-Beratung. In U. Röttger & S. Zielmann (Hrsg.), PR-Beratung. Theoretische Konzepte und empirische Befunde (S. 105–124). Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.Google Scholar
  19. Luhmann, N. (1989). Vertrauen. Ein Mechanismus der Reduktion von Komplexität. Stuttgart: Ferdinand Enke Verlag.Google Scholar
  20. Matthes, J. (2007). Framing-Effekte. Zum Einfluss der Politikberichterstattung auf die Einstellungen der Rezipienten. München: Fischer.Google Scholar
  21. Maurer, M. (2003). Politikverdrossenheit durch Medienberichte. Eine Paneluntersuchung. Konstanz: UVK.Google Scholar
  22. MLP. (2010). MLP Gesundheitsreport 2010. Repräsentative Umfrage in Kooperation mit dem Institut für Demoskopie Allensbach und mit Unterstützung der Bundesärztekammer. Wiesloch: MLP.Google Scholar
  23. Oeckl, A. (1964). Handbuch der Public Relations. Theorie und Praxis der Öffentlichkeitsarbeit. München: Süddeutscher Verlag.Google Scholar
  24. Oeckl, A. (1988). Glaubwürdigkeit contra Angst – Kursbestimmung der Öffentlichkeitsarbeit. In G. Schulze-Fürstenow (Hrsg.), PR Perspektiven. Beiträge zum Selbstverständnis gesellschaftsorientierter Öffentlichkeitsarbeit (S. 13–26). Neuwied: Luchterhand.Google Scholar
  25. Reiners, H. (2011). Mythen der Gesundheitspolitik. Bern: Verlag Hans Huber.Google Scholar
  26. Renner, B., Panzer, M., & Oeberst, A. (2007). Gesundheitsbezogene Risikokommunikation. In U. Six, U. Gleich, & R. Gimmler (Hrsg.), Kommunikationspsychologie – Medienpsychologie (S. 251–270). Weinheim: Beltz Verlag.Google Scholar
  27. Schwalbe, H., & Zander, E. (1994). Vertrauen ist besser. Mit Public Relations gegen Vertrauensschwund, Politikverdrossenheit und Imageverluste der Wirtschaft. Wiesbaden: Forkel.Google Scholar
  28. Seiffert, J., Bentele, G., & Mende, L. (2011). An explorative study on discrepancies in communication and action of German companies. Journal of Communication Management, 15(4), 349–367.CrossRefGoogle Scholar
  29. Simon, M. (2010). Das Gesundheitssystem in Deutschland. Eine Einführung in Struktur und Funktionsweise. Bern: Verlag Hans Huber.Google Scholar
  30. Smirek, K. (2006). Politische Kommunikation und öffentliches Vertrauen. Der Fall Biedenkopf 2001 (Rekonstruktion und Inhaltsanalyse). Universität Leipzig: Magisterarbeit.Google Scholar
  31. Sommer, C. (2005). Im Brennpunkt der Öffentlichkeit: Florian Gersters Vertrauensproblem. Eine Fallstudie zur Berateraffäre 2003/2004. Universität Leipzig: Magisterarbeit.Google Scholar
  32. Sommer, C., & Bentele, G. (2008). Vertrauensverluste: Der Fall Gerster. Eine deutsche Fallstudie über Interdependenzen zwischen Prozessen öffentlicher Kommunikation und öffentlichen Vertrauens. In G. Bentele, M. Piwinger, & G. Schönborn (Hrsg.), Kommunikationsmanagement. Strategien, Wissen, Lösungen (Loseblattwerk Nr. 6.17). Neuwied: Luchterhand.Google Scholar
  33. Wendt, C. (2009). Krankenversicherung oder Gesundheitsversorgung? Gesundheitssysteme im Vergleich. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
  34. Wetzig, A. (2007). Vertrauensverluste im Schlaglicht der Öffentlichkeit. Analytische Grundlagen und eine Fallstudie (Fall Welteke) zur Adlon-Affäre des ehemaligen Präsidenten der Deutschen Bundesbank. Universität Leipzig: Magisterarbeit.Google Scholar
  35. Wippermann, C., Arnold, N., Möller-Slawinski, H., Borchard, M., & Marx, P. (2011). Chancengerechtigkeit im Gesundheitssystem. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
  36. Wolling, J. (1999). Politikverdrossenheit durch Massenmedien? Der Einfluss der Medien auf die Einstellungen der Bürger zur Politik. Opladen: Westdeutscher Verlag.Google Scholar
  37. Zerfaß, A., Verhoeven, P., Tench, R., Moreno, A., & Vercic, D. (2011). European communication monitor 2011. Empirical insights into strategic communication in Europe. Results of an empirical survey in 43 countries (Chart version). Brussels: EACD/Euprera. www.communicationmonitor.eu. Zugegriffen: 28. Feb. 2013.

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Universität LeipzigLeipzigDeutschland

Personalised recommendations