Advertisement

Phänomene in Mathematik und Physik – Bericht aus einem interdisziplinären didaktischen Seminar

  • Lucas Amiras
  • Herbert Gerstberger
Chapter
  • 2.7k Downloads

Zusammenfassung

In didaktischen Vorschlägen wird vielfach empfohlen, mit Phänomenen des jeweiligen Gegenstandsbereichs zu beginnen, um insbesondere genetisch, jedenfalls methodisch, zu sinnvollem Wissen zu gelangen. Dazu ist ein reflektierter Umgang mit verschiedenen Aspekten von Phänomenen erforderlich. In diesem Beitrag wird der Begriff „Phänomen“ kritisch unter die Lupe genommen und zugleich die Rolle von Phänomenen im Erkenntnisprozess von verschiedenen theoretischen Ansätzen aus erörtert.Wir beziehen uns dabei teilweise auf Vorschläge aus der Handlungstheorie und konstruktiven Wissenschaftstheorie, teilweise auch auf die Philosophie von Charles S. Peirce. Es kommen folgende für die Konstitution von Wissen relevante Prozesse in den Fokus: Wahrnehmen, Beobachten, Beschreiben, Erklären, Begriffs- und Theoriebildung. Diese Prozesse und die damit verbundenen Kompetenzen wurden in einem interdisziplinären Seminar der Fächer Mathematik und Physik mit Studierenden des Lehramts exemplarisch und domänenspezifisch in Theorie und Praxis behandelt.

Im ersten Teil wird ein Begriff des Phänomens durch fünf Merkmale charakterisiert: Phänomene sind (A) indizial (B) relational (C) tripolar (D) initial (E) konditional. Im zweiten Teil werden dazu Beispiele aus Mathematik und Physik dargestellt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. [Grebe-Ellis 2005]
    Grebe-Ellis, Johannes; Theilmann, Florian (Hrsg.): open eyes 2005. Ansätze und Perspektiven einer phänomenologischen Optik – eine Arbeitstagung vom 5. bis 8. September 2005 in Berlin. Berlin: Logis Verlag, 2006, S. 6–11.Google Scholar
  2. [Hampe 2006]
    Hampe, Michael: Erkenntnis und Praxis. Zur Philosophie des Pragmatismus. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2006.Google Scholar
  3. [Mittelstraß 1962]
    Mittelstrass, Jürgen: Die Rettung der Phänomene: Ursprung und Geschichte eines antiken Forschungsprinzips. Berlin: De Gruyter, 1962.Google Scholar
  4. [Mittelstraß 2004]
    Mittelstrass, Jürgen (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie. Stuttgart: Metzler, 2004.Google Scholar
  5. [Peirce 1998]
    Peirce, Charles S.: The Essential Peirce. Selected Philosophical Writings Vol. 2 (1893–1913). Edited by the Peirce Edition Project. Bloomington: Indiana University Press, 1998.zbMATHGoogle Scholar
  6. [Peirce 2002]
    Peirce, Charles S.: Was heißt Pragmatismus? (1905). In: Philosophie des Pragmatismus. Ausgewählte Texte von Ch.S. Peirce, W. James, F.C.S. Schiller, J. Dewey. Mit einer Einleitung herausgegeben von E. Martens. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 2002.Google Scholar
  7. [Ritter 1989]
    Ritter, Jürgen (Hrsg.); Gründer, Karlfried (Hrsg.): Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 7 (P–Q). Basel: Schwabe, 1989.Google Scholar
  8. [Short 2007]
    Short, Thomas L.: Peirce’s Theory of Signs. New York: Cambridge University Press, 2007.CrossRefGoogle Scholar
  9. [Wagenschein 1976]
    Wagenschein, Martin: Rettet die Phänomene (Der Vorrang des Unmittelbaren). In: Scheidewege 1 (1976), S. 76–93.Google Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2013

Authors and Affiliations

  • Lucas Amiras
    • 1
  • Herbert Gerstberger
    • 1
  1. 1.PH WeingartenWeingartenDeutschland

Personalised recommendations