Advertisement

Kämpfende Images

Zur medialen Inszenierung von Amokläufern
Chapter

Zusammenfassung

Seit Ende der 1990er Jahre werden westliche Gesellschaften vermehrt von exzessiven Gewalttaten im öffentlichen Raum erschüttert, die anschließend in der medialen Berichterstattung als Amoklauf oder School Shooting klassifiziert werden. Bei den Tätern handelt es sich zumeist um männliche Jugendliche oder junge Erwachsene, die ihre Tat über einen längeren Zeitraum akribisch planen. In diesem Kontext veröffentlichen die Täter persönliche Bilder, Videos, bis hin zu Schriften, die sowohl der nachträglichen Legitimation der Taten als auch der Inszenierung der Einzeltäter dienen. Der Beitrag setzt sich mit der Thematik Amok als kommunikatives Phänomen auseinander und beleuchtet verschiedene Aspekte der diskursiven Verarbeitung von Gewalt.. Neben den Inszenierungsformen der Täter beschäftigt sich der Beitrag insbesondere mit der Analyse einer Image-Kampagne eines Sportschützenvereins, der im Zuge vermehrter Amokläufe in die öffentliche Kritik geriet.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Literatur

  1. Baudrillard, Jean (1978): Kool Killer oder der Aufstand der Zeichen, Berlin: Merve-Verl.Google Scholar
  2. Brumme, Robert (2011): School Shootings. Soziologische Analysen, Wiesbaden: VS.CrossRefGoogle Scholar
  3. Giesen, Bernhard/ Binder, Werner/ Gerster, Marco/ Meyer, Kim-Claude (2012): Amok, Folter, Hooligans. Gewaltsoziologie nach Georges Bataille und Victor Turner. In: Michael Riekenberg (Hg.): Zur Gewaltsoziologie von Georges Bataille, Leipzig: Univ.-Verl., S. 73–102.Google Scholar
  4. Carr, John E. (1978): Ethno-behaviorism and the culture-bound syndromes: The case of amok. In: Culture, Medicine and Psychiatry, Volume 2, Issue 3, S. 269–293.CrossRefGoogle Scholar
  5. Christians, Heiko (2008): Amok. Geschichte einer Ausbreitung, Bielefeld: transcript.Google Scholar
  6. Claessens, Dieter (1967): Über gesellschaftlichen Druck, Angst und Furcht, in: Heinz Wiesbrock (Hg.): Die politische und gesellschaftliche Rolle der Angst, Frankfurt/M.: Europ. Verl.-Anst., S. 135–149.Google Scholar
  7. Durkheim, Émile (1984): Die Regeln der soziologischen Methode, Frankfurt/M.: Suhrkamp.Google Scholar
  8. Freud, Sigmund (2010): Das Unbehagen in der Kultur, Stuttgart: Reclam.Google Scholar
  9. Grzeszyk, André (2012): Unreine Bilder. Zur medialen (Selbst-)Inszenierung von School Shootern, Bielefeld: transcript.CrossRefGoogle Scholar
  10. Hillmann, Karl-Heinz (2007): Wörterbuch der Soziologie, Stuttgart: Alfred Kröner Verlag.Google Scholar
  11. Huizinga, Johan (2011): Homo Ludens. Vom Ursprung der Kultur im Spiel, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt.Google Scholar
  12. Kautt, York (2008): Image. Zur Genealogie eines Kommunikationscodes der Massenmedien, Bielefeld: transcript.Google Scholar
  13. Mead, George Herbert (1973): Geist, Identität und Gesellschaft aus der Sicht des Sozialbehaviorismus, Frankfurt/M.: Suhrkamp.Google Scholar
  14. Reckwitz, Andreas (2008): Subjekt, Bielefeld: transcript.Google Scholar
  15. Reckwitz, Andreas (2006): Das hybride Subjekt. Eine Theorie der Subjektkulturen von der bürgerlichen Moderne zur Postmoderne, Weilerswist: Velbrück.Google Scholar
  16. Reemtsma, Jan Philipp (2009): Vertrauen und Gewalt: Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne, München: Pantheon.Google Scholar
  17. Robertz, Frank J. (2007): Nachahmung von Amoklagen. Über Mitläufer, Machtphantasien und Medienverantwortung. In: Jens Hoffmann/ Isabel Wondrak (Hg.): Amok und zielgerichtete Gewalt an Schulen, Frankfurt/M.: Verlag für Polizeiwissenschaft.Google Scholar
  18. Scheithauer, Robert/ Bondü, Rebecca (2011): Amoklauf und School Shooting. Bedeutung, Hintergründe und Prävention, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.Google Scholar
  19. Schmidtke, A./ Schaller, S./ Müller, I./ Lester, D./ Stack, S. (2002): Imitation von Amok und Amok-Suizid. Suizidprophylaxe, 29, S. 97–106.Google Scholar
  20. Singelnstein, Tobias/ Stolle, Peer (2008): Die Sicherheitsgesellschaft. Soziale Kontrolle im 21. Jahrhundert, Wiesbaden: VS.Google Scholar
  21. Sofsky, Wolfgang (1996): Traktat über die Gewalt, Frankfurt/M.: S. Fischer.Google Scholar
  22. Vogl, Joseph (2000): Gesetze des Amok. Über monströse Gewöhnlichkeiten. In: Neue Rundschau 4, S. 77–91.Google Scholar
  23. Wieviorka, Michel (2006): Die Gewalt, Hamburg: Hamburger Ed.Google Scholar
  24. Ziemann, Andreas (2011): Medienkultur und Gesellschaftsstruktur. Soziologische Analysen, Wiesbaden: VS.CrossRefGoogle Scholar

Copyright information

© Springer Fachmedien Wiesbaden 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.GießenDeutschland

Personalised recommendations